Gesundheit : Altersflecken müssen kontrolliert werden

Nicht immer sind die Pigmentveränderungen vollkommen harmlos

Eva Neumann (dpa)

Der eine bekommt sie mit 28, der Nächste mit 40 und ein anderer erst mit 60: Kleine braune, den Sommersprossen ähnliche Flecken, die sich mit Vorliebe im Gesicht, am Dekolleté, auf den Unterarmen und den Handrücken breitmachen. Umgangssprachlich werden sie Altersflecken genannt. „Dieser Begriff ist verharmlosend: Die meisten dieser Flecken sind zwar ungefährlich, manchmal handelt es sich jedoch auch um bösartige Hautveränderungen“, sagt Swen-Malte John, Professor für Dermatologie an der Universität Osnabrück.

Deshalb verdienen die Flecken besondere Aufmerksamkeit.  „Hilfreich bei der Beurteilung von Pigmentveränderungen ist die sogenannte ABCD-Regel“, sagt Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn. „A“ steht für Asymmetrie, „B“ für Begrenzung, „C“ für Colour (Farbe) und „D“ für Durchmesser.

Wenn eine Pigmentveränderung keine klare Symmetrie erkennen lässt, am Rande ausgefranst wirkt, farbliche Schattierungen aufweist oder der Durchmesser größer als zwei Millimeter ist, können das Warnhinweise sein. „Treffen einer oder mehrere dieser Faktoren zu, sollte unbedingt ein Haut-Screening durchgeführt werden“, rät Kalbheim. Diese Früherkennungsuntersuchung wird vom 35. Lebensjahr an alle zwei Jahre von den Kassen übernommen. Beurteilt der Arzt die Flecken als harmlos, bleibt es dem Patienten überlassen, wie er damit umgeht. „Vor allem Frauen empfinden die Flecken an den Händen oder im Gesicht als störend. Sie sind allzeit sichtbare Zeichen von Alter“, sagt Professor Werner Mang, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin in Düsseldorf. Wer damit nicht leben will, kann die Flecken verdecken.

Längerfristiger wirken Bleich- und Schälverfahren zum Beispiel mit Vitamin-A-Produkten oder Brunnenkresse. Es besteht jedoch das Risiko einer ungewollten Farbveränderung der behandelten Hautareale. Auch die angrenzenden, normal pigmentierten Bereiche können mitbetroffen sein. Präparate mit hoher Konzentration reizen die Haut zudem stark.

   Die Alternative ist die Entfernung der störenden Flecken. Dafür kommen sehr unterschiedliche Methoden infrage. Die Kosten müssen Kassenpatienten selbst tragen. Neben chemischen Peelingverfahren werden auch verschiedene Laser eingesetzt. Sie zerstören selektiv die Pigmente in der Haut und machen sie abbaubar. Gleichzeitig wird das umliegende Gewebe geschont. Auch Kältebehandlung ist möglich. Doch nur Experten mit viel Erfahrung können das Risiko von Nebenwirkungen auf ein Minimum reduzieren. So ist es möglich, dass nach einer Laserbehandlung anstelle des dunklen Flecks ein weißes Mal prangt. Oder dass aufgrund einer Fehldiagnose bösartiges Gewebe mit dem Laser so geschädigt wird, dass es nicht mehr untersucht werden kann. 

Auch nach einer geglückten Entfernung von störenden gutartigen Flecken ist eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt empfehlenswert. Eva Neumann (dpa)

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