Gesundheit : Am Nachmittag helfen

Berliner Bachelor-Streit: Der Schulassistent kommt

Uwe Schlicht

Für die Berliner Ganztagsschulen soll ein neuer Beruf geschaffen werden – der Schulassistent. Lehrerstudenten mit Bachelorabschluss könnten die Schüler am Nachmittag betreuen, heißt es in der Berliner Schulverwaltung: Das könne bei der Hausaufgabenhilfe beginnen und bis zum individuellen Förderunterricht für benachteiligte oder auch besonders begabte Schüler reichen.

Mit dieser seit anderthalb Jahren diskutierten Idee reagierte die Berliner Politik gestern auf das Gutachten des Wissenschaftlichen Parlamentsdienstes, nach dem das neue Berliner Lehrerbildungsgesetz verfassungswidrig ist. Wenn der Bachelor nur für Berufe außerhalb des Schuldienstes qualifizieren soll, dürften die Universitäten für die Zulassung zum Masterstudium nicht einen überdurchschnittlichen Bachelor-Abschluss verlangen, stellten die Gutachter fest.

Bisher war in Berlin die Einrichtung eines Lehr- oder Schulassistenten am Widerstand der Gewerkschaften gescheitert. Jetzt wolle Schulsenator Klaus Böger die gesetzlichen Grundlagen für die neuen Stellen bis zum Frühjahr 2005 schaffen, sagt seine Sprecherin Rita Herrmanns. Das bedeute zugleich die Absicherung des Schulassistenten im Stellenplan.Wissenschaftssenator Thomas Flierl geht davon aus, dass der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ohnehin bald in einem Zulassungsgesetz geregelt werde. Nach dessen Vorgaben müssten sich die Hochschulen dann richten, sagt eine Mitarbeiterin der Wissenschaftsverwaltung.

Der Vizepräsident der Humboldt-Universität, Heinz-Elmar Tenorth, sieht für das Zulassungsverfahren keine Probleme. An der Humboldt-Uni gelten für den Übergang zum Masterstudium zwei Kriterien: ein überdurchschnittlicher Bachelorabschluss und die Wartezeit. Der Präsident der FU, Dieter Lenzen, will dagegen daran festhalten, dass kein Bachelorstudent den Anspruch erheben könne, Lehrer zu werden.

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