Gesundheit : An einem Strang ziehen Ein Jahr nach Pisa:

Bulmahn fordert die Länder zu gemeinsamen Bildungsreformen auf

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Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat anlässlich der vor einem Jahr veröffentlichten miserablen deutschen PISAErgebnisse von den Ländern mehr gemeinsames Engagement für eine große Bildungsreform angemahnt. Nur wenn Bund, Länder und Kommunen sowie Lehrer und Eltern „an einem Strang ziehen, kann die Bundesrepublik in zehn Jahren einen Spitzenplatz unter den OECD- Industriestaaten erreichen“, sagte Bulmahn am Montag in Berlin.

Die Ministerin bekräftigte das Angebot des Bundes, sich mit vier Milliarden Euro beim Aufbau von 10 000 Ganztagsschulen in den Ländern zu engagieren. Die Verhandlungen seien auf gutem Wege. Bulmahn: „Jenseits aller Wahlkampf-Auseinandersetzungen müssen wir wieder ins Blickfeld rücken, dass es längst einen überparteilichen Konsens darüber gibt, wie wir unser Bildungssystem reformieren müssen.“

Jedes Kind müsse so früh wie möglich „die beste Förderung seiner Begabungen und Fähigkeiten“ erhalten. Dies könne am besten in Ganztagsschulen erreicht werden, „weil sie mehr Zeit zum Lernen bieten“, meinte die Ministerin. Dazu gehörten „ein gutes pädagogisches Konzept“ sowie eine Lehrerausbildung, „die sich an der Praxis orientiert“.

Von den unionsgeführten Ländern kommen dagegen weiter Vorbehalte gegen das Ganztagsschul-Programm. Hessens Schulministerin Karin Wolf (CDU) kritisierte, der Bund wolle nur für Bau-Investitionen bezahlen, nicht aber für das Personal. Bayerns Schulministerin Monika Hohlmeier (CSU) forderte im Namen ihrer Unions-Amtskollegen „ein langfristiges Finanzierungskonzept“ für Ganztagsangebote. Dazu sollte die Umsatzsteuerverteilung zwischen Bund und Ländern geändert werden.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrick Olbertz (parteilos) verlangte wegen des drastischen Schülerrückganges und leerer Schulgebäude im Osten eine spezielle Investitionslösung für die neuen Länder.

Die beiden großen Lehrerorganisationen, der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), forderten ein Ende der Kleinstaaterei in der Bildungspolitik. Bei der aktuellen Qualitätsdebatte bleibe „der nationale Aspekt außen vor“, sagte VBE-Chef Ludwig Eckinger. Es gehe nicht darum, welches Land als erstes in der Kultusministerkonferenz solche Standards „hervorzaubert“, sondern um bundesweite Kriterien, an denen sich die jeweilige Schulpolitik orientieren müsse. dpa

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