Gesundheit : Anflug durch eine Lücke in den Saturnringen

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In der Nacht zu Donnerstag erreicht die Raumsonde „Cassini“ nach siebenjährigem Flug den Planeten Saturn. Sie rast durch eine Lücke in den Saturnringen und bremst danach so stark ab, dass sie von der Anziehungskraft des Planeten eingefangen wird.

Gelingt das voll automatische Bremsmanöver, schwenkt die Sonde zunächst in eine sehr weite, später in eine immer engere Umlaufbahn um den Gasplaneten ein. Sollten die Haupttriebwerke aus irgendeinem Grund nicht zünden, wäre die Mission gescheitert. Ein Eingriff von der Erde aus ist in dieser Flugphase nicht mehr möglich. Allein das Funksignal benötigt für den Weg vom Saturn bis zur Erde beinahe anderthalb Stunden.

Die Saturnringe bestehen aus unzähligen Teilchen verschiedener Größe: Partikel, die lediglich ein tausendstel Millimeter messen, aber auch mehrere Meter große Gesteinsbrocken. Womöglich sind diese Ringe einst entstanden, als sich ein Mond zu nahe an den Planeten heranwagte: Er wurde daraufhin von Saturns Gezeitenkräften zerrissen. Die „Cassini“Sonde wird in den kommenden Tagen die Zusammensetzung der Ringe aus nächster Nähe aufnehmen können.

Ihre weiteren Ziele sind dann die Saturnmonde. Fotos des Mondes Iapetus könnten noch im Laufe dieser Woche die Erde erreichen. Bis zum ersten wirklich nahen Vorbeiflug an dem größten Saturnmond Titan, sind es allerdings noch einige Monate hin. Unter anderem soll eine kleine Tochtersonde in die dichte Atmosphäre des Mondes eindringen.

Bei ihrer Passage an dem Saturnmond Phoebe vor wenigen Tagen machte „Cassini“ bereits eindrucksvolle Bilder. Sie zeigen einen eisigen Mond, der vermutlich aus den Außenregionen des Sonnensystems stammt und mit den Kometen verwandt ist. Irgendwann geriet er auf Abwege und in den Bann des Saturn. tdp

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