Gesundheit : Arbeitsmarktanalyse: Gewerkschaft: 250.000 Akademiker fehlen

Deutschland steht nach einer Arbeitsmarktanalyse der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in den nächsten Jahren vor einem dramatischen Akademikermangel. Bis 2010 würden auf dem Arbeitsmarkt rund 250 000 Hochschulabsolventen fehlen, sagte die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Eva Maria Stange, am Samstag bei der Eröffnung des GEW-Gewerkschaftstages in Lübeck. Diese Zahl wäre notwendig, um die bis dahin pensionierten akademischen Fachkräfte zu ersetzen und gleichzeitig den weiter wachsenden Bedarf der Wirtschaft zu befriedigen.

Stange forderte Bund und Länder zu tief greifenden Reformen des Bildungssystems auf. Als Gründe für den Akademikermangel werden in der Studie die im internationalen Vergleich in Deutschland viel zu niedrigen Abiturientenzahlen und die hohen Abbrecherquoten im Universitätsstudium genannt. Autor der Studie ist der Bildungs- und Arbeitsmarktforscher Klaus Klemm.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Dieter Schulte, kritisierte, dass Deutschland bei seinen öffentlichen Ausgaben für Bildung international abgeschlagen an achter Stelle liege. Vor diesem Hintergrund warnte Schulte vor einer neuen Spaltung der Gesellschaft in eine "Online- und Offline-Bevölkerung".

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