Gesundheit : Architekt der Stadt des Wissens

Günter Stock leitet Berlins Wissenschaftsakademie

Amory Burchard

Als Gründer der Berliner Initiative „an morgen denken“, einem Bündnis von Unternehmern und Wissenschaftlern, hat Günter Stock ein Senatsressort für Wissenschaft und Wirtschaft gefordert. Als Mitglied des Kuratoriums der Humboldt-Universität sucht Stock, Vorstand der Schering AG, „ein politisches Tierchen“ für die Spitze der Hochschule. Und als Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Nationale Akademie“ hofft er, dass bald deutsche Wissenschaftler die Gesellschaft in wichtigen Zukunftsfragen beraten: Ist Genfood eine Gefahr? Wie soll es weitergehen mit der Atomkraft? Die Nationale Akademie solle sagen, „was richtig ist“.

Politik, Wissenschaft und Wirtschaft: Jetzt hat der 61-jährige Mediziner und Manager Günter Stock eine Schlüsselposition erklommen, in der er die Kräfte, die Berlin bewegen, mit noch mehr Macht zusammenbringen kann: Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat ihn am Freitag zu ihrem neuen Präsidenten gewählt – als Nachfolger von Dieter Simon. Seine wissenschaftliche Exzellenz, sein breites wissenschaftspolitisches Engagement und seine profunde Managementerfahrung qualifizierten Stock, erklärt die Akademie.

Stocks Laufbahn „vom Kreislauf-Physiologen zum Kreislauf-Pharmakologen“, wie er es einmal nannte, begann 1965 an der Universität Heidelberg mit dem Medizinstudium. Dort wurde er 1980 Professor und wechselte 1983 zur Schering AG nach Berlin. Bei Schering war Stock Leiter der Herz-Kreislauf-Pharmakologie, wurde 1989 in den Vorstand berufen und ist unter anderem für Forschung zuständig.

Doch der forschende Manager wollte immer auch nach außen wirken. Am deutlichsten wurde das bislang mit der Gründung der Initiative „an morgen denken“ im Jahr 2001, deren Sprecher Stock ist. Berlin, die „Stadt des Wissens“: Der neue Akademie-Präsident wird sich als ihr Chef-Architekt verstehen.

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