Gesundheit : Astronomie: Warum die Tage immer länger werden

tdp

Der Erdentag hat heute 24 Stunden, vor 900 Millionen Jahren drehte sich die Erde schneller. Da war der Tag nur 18 Stunden lang. Und als der Mond geboren wurde, vor 4,5 Milliarden Jahren, hatte der Tag sogar nur fünf Stunden. Mit den Jahrmillionen hat sich die Drehung der Erde immer mehr verlangsamt. Der Mond bremst sie aus. Seine Anziehungskraft ruft Ebbe und Flut hervor. Die Gezeitenberge stoppen gleichzeitig die sich unter ihnen wegdrehende Erde wie Bremsklötze. Die flutenden Wassermassen wirken auch auf den Mond zurück. Während die Erde immer langsamer rotiert, entfernt sich der Mond weiter und weiter von ihr. Er stiehlt sich Stück für Stück davon, zur Zeit knapp vier Zentimeter pro Jahr. War der Mond kurz nach seiner Entstehung lediglich etwa 25 000 Kilometer von der Erde entfernt, so beträgt der Abstand heute schon fast 400 000 Kilometer. Charles P. Sonett, Planetenforscher an der Universität von Arizona in Tucson, hat die Änderung des Mondzyklus vor einigen Jahren nachgewiesen. Mit einem Mikroskop analysierte er 900 Millionen Jahre alte Sedimentablagerungen im Süden Australiens. Die Gezeiten hatten sie einst verursacht. Sonett konnte Linien ausmachen, die damals bei besonders schwachen Gezeitenwirkungen entstanden waren, den regelmäßig auftretenden Nipptiden. Diese Linien sind ein Indiz dafür, dass der Mondzyklus länger geworden ist. Und mit ihm der Erdentag. Dem Mond sei Dank!

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