Gesundheit : Auch beim Kaiserschnitt ist weniger mehr

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Dank Tele-Schaltung war auf der Konferenz auch eine Live-Operation auf dem Monitor mitzuerleben: Michael Stark, Gynäkologe aus Jerusalem, führte im Virchow-Klinikum einen Kaiserschnitt nach der „Misgav-Ladach-Methode“ vor. Dabei sind nur zwei Schnitte nötig: Nach einem waagrechten Hautschnitt oberhalb der Schamhaargrenze wird das Muskel- und Fettgewebe des Bauchraums nur mit einem Loch durchbohrt und dann mit den Fingern gedehnt und zur Seite geschoben. So will Stark auf dem Weg zur Gebärmutter, der der zweite Schnitt gilt, Blutgefäße und Nerven schonen. Ist das Kind auf die Welt geholt, setzt Stark auch beim anschließenden Vernähen auf ein reduziertes Programm. So wird die Gebärmutter nur in einer Schicht, das Gewebe im Bauchraum gar nicht, der Hautschnitt nur an drei Stellen genäht. „Less is more“, versichert Stark. Sein „Minimalismus“ sorgt nicht nur für kürzere Operationszeiten, sondern auch für schnellere Erholung der jungen Mutter. Die Vorgehensweise wird inzwischen in vielen Geburtskliniken in aller Welt angewandt. Für Klaus Vetter vom Vivantes-Klinikum Neukölln, ist es zwar „keine sanfte, aber eine vereinfachte und rationale Methode“. aml

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