Gesundheit : Auf den Spuren der Terroristen

Moritz Schuller

Vorstellung der neuen Fellows in der American Academy. Die Szene ist auch im achten Semester die gleiche: einer nach dem anderen treten die neuen Fellows der American Academy ans Pult, um ihr Projekt vorzustellen, das sie während ihre Aufenthaltes in Berlin verfolgen wollen. Die Akademiker reden lang, die Künstler schüchtern und kurz. Einig darüber, dass die Academy wundervoll und ihr eigenes Glück kaum zu fassen sei, sind sich alle.

Zum Thema Dokumentation: Kampf gegen Terror
Fotos: Osama Bin Laden, Krieg in Afghanistan
Lang geredet haben am Mittwochabend der Sozialwissenschaftler Ben Barber, bekannt geworden durch sein Buch "Jihad vs. McWorld", Derek Chollet, ein Politologe, der in den letzten zehn Jahren vor allem für das amerikanische Außenministerium gearbeitet hat, und Mark Bassin, auch er ein Politiologe aus London. Barber will in den kommenden Monaten den antidemokratischen Charakter multinationaler Konzerne entlarven, Chollet die trilaterale Beziehung von Deutschland, Russland und Amerika untersuchen (an einem Buch über die Beziehung von Clinton und Jelzin hat er schon mitgeschrieben), und Bassin stellte die These auf, dass Geopolitik wieder sehr wichtig geworden ist. Atina Grossmann hat sich vorgenommen, die Situation im Nachkriegsdeutschland zu erforschen. Ihr Thema: "Victims, Victors, and Survivors. Germans, Allies and Jews in Occupied Germany."

Amerikanischer Terrorismus

Sue de Beer will in ihrem Videoprojekt reale Bilder amerikanischen Terrorismus verarbeiten und mit einer deutschen Schule die sehr amerikanische rite de passage, den High School Ball, nachspielen. Der Zeichner und Karikaturist Ben Katchor zeigte sich gelangweilt von New York. Er kündigte an, er werde sich wieder ohne Voreingenommenheit auf Straßen tummeln und in "halb-öffentlichen Plätzen" die Menschen beobachten. Nicholas Dawidoff, Autor von "literary non-fiction" wie etwa einer Biographie des Baseballspieler Moe Berg - und damit in gewisser Weise Erbe von Jane Kramer, die im letzten Herbst Fellow an der Academy war - sprach am kürzesten. Er wird in Berlin der Geschichte seines Großvaters nachspüren.

Der New Yorker George Tsontakis, der neue Alberto Vilar Music Fellow, bekannte sich dazu, von Beethoven, kretischer Volksmusik und Jazz beeinflusst zu sein. Tsontakis wird in Berlin ein Klavier-Konzert komponieren, ganz genauso wie der alte Alberto Vilar Music Fellow, Michael Hersch, der noch ein Semester dranhängen durfte. Verlängert hat auch die Kunsthistorikerin Evonne Levy von der University of Toronto, die sich weiterhin der politischen Architektur der Jesuiten widmen wird.

Zum Schluss nannte Gary Smith, der Direktor der Institution, noch die "Distinguished Visitors", die Kurzbesucher, des Sommersemesters: den Politologen Walter Laqueur, die Soziologen Saskia Sassen und Richard Sennett, den Künstler Ed Ruscha, among others. Schon als einer der Ersten dieser Besucher, nämlich am kommenden Donnerstag um 20 Uhr, wird der derzeitige Star der amerikanischen Literaturszene, Jonathan Franzen, in der Academy aus seinem Buch "The Corrections" lesen.

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