Gesundheit : Aufschub für die Privatuniversität Witten/Herdecke

Letzte Chance: Wissenschaftsrat vertagt seine Entscheidung über die Medizinerausbildung

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Der Wissenschaftsrat hat eine Entscheidung über die Medizinerausbildung an der Privatuniversität Witten/Herdecke vertagt. Das Gremium will jetzt erst im Juli bekannt geben, ob es den Studiengang für zukunftsfähig hält. Bis dahin sollen die Uni und das Land Nordrhein-Westfalen einen weiteren Bericht zur Fortentwicklung des Faches vorlegen, gab der Wissenschaftsrat am Freitag bekannt.

Die Medizin gilt als Herzstück der Privatuniversität, die Lehre wurde lange Zeit international als Reformmodell gerühmt. Müsste der Studiengang geschlossen werden, wäre Deutschlands größte Privatuniversität insgesamt vom Aus bedroht.

Bereits vor einem Jahr hatte der Wissenschaftsrat der Wittener Unimedizin eine katastrophale Diagnose gestellt. Eine „annähernde Gleichwertigkeit mit den staatlichen Unis“ sei inzwischen nicht mehr gegeben, der Studiengang müsse neu konzipiert werden. Vor kurzem hatte Witten seine neuen Pläne vorgestellt, die unter anderem ein neues Zentrum für Versorgungsforschung vorsehen.

Der Wissenschaftsrat fordere nun weitere Nachbesserungen, hieß es nach der Sitzung. Witten müsse mehr hauptberufliche Professoren einstellen als vorgesehen und ein besseres Konzept für die klinische Forschung vorlegen. Forschung und Lehre müssten besser koordiniert werden. Die Universität, die kein eigenes Klinikum hat, müsse auch neue Verträge mit den Lehrkrankenhäusern schließen. Darin solle sichergestellt werden, dass Forschung und Lehre nicht durch wissenschaftsferne Entscheidungen beeinflusst werden.

Zudem fehle der Nachweis, dass die Änderungen tatsächlich finanziert werden können. Auf der Grundlage der Empfehlung des Wissenschaftsrats entscheidet das Wissenschaftsministerium in Düsseldorf, ob die Uni weiterhin Medizinstudenten immatrikulieren darf.

Seit 1995 wird Witten/Herdecke von Nordrhein-Westfalen unterstützt. Im Studienjahr 2004/2005 steuerte das Land knapp vier Millionen Euro bei. tiw

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