Gesundheit : Ausländische Studenten: Mit 5000 US-Dollar ein Jahr in Deutschland studieren

Bund und Länder wollen in den nächsten Jahren die Zahl der ausländischen Studenten in Deutschland verdoppeln und gleichzeitig mehr ausländische Gastwissenschaftler anwerben. Derzeit studieren in der Bundesrepublik rund 175 000 junge Menschen aus dem Ausland. Bund und Länder, Städtetag sowie Wirtschaft und Wissenschaftsorganisationen haben dazu am Montag in Bonn eine "Konzertierte Aktion Bildungsmarketing" gestartet.

Neben einer weltweiten Werbekampagne im Frühjahr sollen die Einreisebestimmungen für Studenten und Wissenschaftler erleichtert und ihre Betreuung an den deutschen Hochschulen deutlich verbessert werden, heißt es in dem Beschluss der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung. Auch Studenten aus Nicht-EU-Ländern sollen künftig während ihres Studiums in Deutschland arbeiten können. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass qualifizierte Absolventen nach dem Diplom für mindestens fünf Jahre eine Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten.

Das deutsche Bildungs- und Forschungssystem müsse beim internationalen Wettbewerb "um Köpfe und Markte" mehr mithalten, sagte Bulmahn. Einer Untersuchung zufolge streben von den international als mobil eingeschätzten Studenten rund 30 Prozent in die USA. 13 Prozent wollen nach Großbritannien. Deutschland rangiert abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.

Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes (DSW), Dieter Schäferbarthold, forderte bei dem Treffen die Hochschulen auf, bei ihrem Werben um ausländische Studenten die in Deutschland übliche Studiengebührenfreiheit stärker herauszustellen. Mit 5000 Dollar könne ein ausländischer Student in der Bundesrepublik ein Jahr lang studieren - mit einem Zimmer im Wohnheim, Grundverpflegung in den Mensen, Nahverkehrskosten und einem Kultur- und Betreuungsprogramm der Studentenwerke.

Das Studentenwerk bietet dazu den Studenten aus dem Ausland kompakte "Service-Pakete" an. Der günstige Preis gegenüber anderen Nationen sei möglich, weil an deutschen Hochschulen eben keine Studiengebühren verlangt würden. Dies sei "ein echter Standortvorteil", sagte Schäferbarthold bei einer Anhörung der Bund- Länder-Kommission für Bildungsplanung in Bonn.

Ziel der gemeinsamen Aktion ist mehr Werbung im Ausland für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland, eine bessere und abgestimmte Betreuung der ausländischen Studierenden in der Bundesrepublik sowie die Gewinnung ausländischer Wissenschaftler.

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