Gesundheit : Auswertung muss revidiert werden - Waren die Daten manipuliert?

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Die umstrittene Berliner Knoblauch-Studie hat erhebliche methodische Mängel und muss korrigiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Überprüfung der Studie durch den Fachbereich Humanmedizin der Freien Universität Berlin. Die im Fachblatt "Atheroclerosis" im Mai erschienene Studie unter Leitung des Charité-Mediziners Holger Kiesewetter hatte belegen sollen, dass die regelmäßige Einnahme von Knoblauchpillen die Gefäßverkalkung verlangsamen kann.

Die Studie hatte aber Kritik hervorgerufen, weil Ultraschallaufnahmen der Blutgefäße den Verdacht auf Manipulation hervorgerufen hatten, es Hinweise auf methodische und statistische Mängel gab und auch die Art der Veröffentlichung - Abdruck in einem von einer Deutschen Fachgesellschaft "gekauften" Heft, möglicherweise ohne ausreichende Begutachtung vor der Publikation - fragwürdig erschien.

Die Charité hatte vor kurzem den Vorwurf einer möglichen Datenmanipulation als "abwegig" zurückgewiesen. Anders als das Universitätsklinikum der Humboldt-Universität kommen die Untersucher von der Freien Universität nun zu einem kritischen Fazit. Die Freie Universität war deshalb betroffen, weil der Physiologe Günter Siegel von der FU die statistische Auswertung der Daten in der Studie zu verantworten hatte. Bei der gründlichen (Nach-)Begutachtung der Studie ergab sich, dass falsche statistische Verfahren angewandt wurden, die dementsprechend zu einer unzutreffenden Interpretation der Daten im Studienergebnis führten.

Wie aus der Freien Universität verlautet, zeigt sich nach einer Neubewertung der Daten ein günstiger Effekt der Knoblauch-Therapie nur noch bei Frauen. Werden Männer und Frauen zusammen betrachtet (oder nur die Männer), so hatte die Therapie keinen Effekt. Das steht im Widerspruch zur ursprünglichen Aussage der Studie, nach der sich ein statistisch bedeutsamer ("signifikanter") günstiger Effekt der Knoblauch-Einnahme auf die Gefäßverkalkung zeigte. Der Physiologe Siegel will nun eine Berichtigung und Ergänzung zu der Studie in "Atherosclerosis" veröffentlichen.

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