Gesundheit : Bachelor: Studium top, Praxis Flop

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Die Studierenden der Freien Universität Berlin sind überwiegend mit dem neuen Bachelorstudium zufrieden – kritisieren aber, dass die Nähe zur Berufspraxis, die das Bachelorstudium eigentlich auszeichnen soll, noch stark verbesserungswürdig ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der FU, an der fast ein Drittel ihrer Bachelorstudenten teilnahmen. „Wir sind gut bei der Vermittlung der traditionellen Lerninhalte, bei den neuen müssen wir noch einiges tun“, sagte die Studienleiterin Felicitas Thiel, als sie jetzt die Umfrage im Akademischen Senat der Hochschule vorstellte.

Demnach finden 71 Prozent der Studenten, die Professoren würden ihnen fachliche Grundlagen gut vermitteln. Ähnlich gut bewerten sie, wie ihnen Grundkompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens beigebracht werden und wie die Dozenten aktuelle Forschungsergebnisse in die Lehre einbeziehen. Umgekehrt ist das Meinungsbild für die berufsqualifizierenden Elemente des Studiums. 78 Prozent sagen, berufsrelevante Qualifikationen würden unzureichend vermittelt, 70 Prozent finden, die Verknüpfung von Theorie und Praxis gelinge im Studium nur schlecht. Mehr als die Hälfte ist auch unzufrieden mit den Kursen zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen.

Über die oft kritisierte Organisation des Bachelorstudiums äußern sich die Befragten überraschend positiv. 53 Prozent sind mit der Struktur ihres Studiums zufrieden, knapp drei Viertel sagen, der Lernaufwand für die einzelnen Module des Studiums entspreche den Prüfungsanforderungen und den Leistungspunkten, die ihnen dafür gutgeschrieben werden. Auch die Prüfungsorganisation wird von zwei Dritteln der Studierenden gelobt. Dagegen fühlen sie sich von ihren Dozenten vor allem beim Verfassen von Hausarbeiten und bei Lern- und Arbeitsschwierigkeiten schlecht betreut.

Trotz des hohen Arbeitsaufwands für das Bachelorstudium, den viele Studenten in der Studie beklagen, jobbt die Hälfte der Befragten auch während des Semesters. 13,3 Stunden in der Woche gehen für Nebenjobs drauf. In den Semesterferien sind es sogar fast 21 Stunden. tiw

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