Gesundheit : BAföG: DSW: Kompliziertes Vergabe-System schreckt Studenten ab - Dennoch mehr Empfänger als 1999

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Das Deutsche Studentenwerk (DSW) kritisiert in seinem soeben erschienenen Jahresbericht für 1999 den anhaltenden Reformstau bei der Ausbildungsförderung. Laut DSW stellt das heutige BAföG für eine zunehmende Zahl von Studenten mittelfristig keine verlässliche und ausreichende Finanzierungsquelle dar. Die BAföG-Förderung sei zu kompliziert und nicht transparent genug. Aufgrund ständiger Änderungen sei es den Studierenden nicht möglich, langfristig die Studienfinanzierung darauf aufzubauen.

Das Deutsche Studentenwerk sieht zwar in den neuesten Ansätzen einige positive Ansätze. So wurde zum Beispiel die Ankündigung, jährlich 500 Millionen Mark mehr für das BAföG bereitzustellen, von DSW-Präsident Hans-Dieter Rinkens im Januar diesen Jahres begrüßt. Allerdings lösten laut Rinkens solche Ansätze alleine nicht den Reformstau. Eine weitere Diskussion über die grundlegende Änderungen der Ausbildungsförderung sei unumgänglich. Bundeskanzler Schröder hatte allerdings im Januar angekündigt, einer grundlegenden Reform der Ausbildungsförderung nicht zuzustimmen. Die Bundesregierung hatte daraufhin lediglich Verbesserungen innerhalb des bestehenden BAföG-Systems angekündigt.

Die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen ist im Wintersemester 1999/ 2000 um 36 000 auf 1 765 000 gesunken, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um zwei Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg die Zahl der nach dem BAföG geförderten Studierenden um zwei Prozent auf insgesamt 339 000. Die finanziellen Aufwendungen des Staates sind im letzten Jahr um 37 Millionen auf 1,7 Milliarden Mark gestiegen. Es ist die erste Erhöhung der BAföG-Mittel seit der Wiedervereinigung.

Die positive Entwicklung dürfte auf die letzten Änderungen des BAföG-Gesetzes zurückzuführen sein. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn betonte: "Unser erstes Ziel, nach Regierungsübernahme die BAföG-Talfahrt zu stoppen, haben wir damit erreicht."

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