Gesundheit : Bauernregeln lassen milden Jahreswechsel erwarten

Sonnig-mild oder stürmisch-regnerisch - der Oktober hat viele Gesichter. Im Volksmund gilt er gemeinhin als goldener Oktober, als "heiterer Herbstmonat, der durch den jungen Wein erst richtig verschönt wird". "Oktober Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein", heißt es in alten Bauernregeln.

Das Wetter kann es zu Beginn des vierten Quartals aber auch kunterbunt treiben: mit Regen und Sturm schon die letzten Blätter von den Bäumen fegen und den Winzern die Ernte verhageln. Die traditionellen Bauernregeln messen dem Oktober wegen der Wetterprognose für den Winter große Bedeutung bei. Dabei ziehen sie ihre Schlüsse beispielsweise aus dem Fall des Laubes: "Fällt im Wald das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell", heißt es. Bleiben die Blätter lang am Baum, lässt der Winter zwar auf sich warten, könnte aber zu Weihnachten eine Menge Schnee aufwirbeln.

Als wichtigster Hinweis für das Winter-Wetter dienen jedoch die Tiere in Feld und Flur. Danach bringt zwar die "Oktobermück keinen Sommer zurück", der Winter lässt jedoch auf sich warten, wenn der Hase sein Sommerkleid recht lange trägt. Ist das Hasenfell im Oktober dagegen bereits rau und dick, sollte tunlichst für "Ofenfutter" gesorgt werden. Als Zeichen für einen eisig kalten Winter gelten auch Feldmäuse, die sich bis in die Wohngebiete vorwagen, fremde Zugvögel und Bienen, die schon zeitig ihr Nest verkitten. Lassen sich die Schafe abends nur mit Mühe eintreiben, wird dies als Hinweis auf starken Schneefall im Winter gewertet.

Regen und Wind im Oktober gelten als Vorboten der Ernte. Besonders trockene Nordwinde werden nur ungern gesehen, weil sie dem nächstjährigen Sommergetreide schaden sollen. Regen, der sich gegen Ende des Monats einstellt, verkündet dagegen ein fruchtbares Jahr. Allzu viel ist jedoch ungemütlich. "Lässt der Oktober viel Regen finden, tobt der Dezember mit Stürmen und Winden." Oder: "Wie im Oktober die Regen brausen, so im Dezember die Stürme hausen." Ein stürmischer Oktober gilt - ebenso wie überwiegend helles Oktoberwetter - als Zeichen eines früh beginnenden Winters. Ein Oktoberhimmel voller Sterne hat schon "warme Öfen gerne". Viel geheizt werden muss auch, wenn der Oktober entweder mit Wärme aufwartet oder sich in reichlich Nebel hüllt. Bei einem herbstlichen Waldspaziergang finden sich ebenfalls die Boten eines strengen Winters. Als Faustregel soll dabei gelten: "Wenn die Bucheckern geraten wohl, Nuss- und Eichbaum hängen voll, so folgt ein harter Winter drauf. Es kommt der Schnee mit großem Hauf." Ist der Oktober jedoch selbst schon winterlich und wartet mit Frost und Schnee auf, ist anschließend nurmehr mit einem "weichen Winter" zu rechnen.

Schenkt man den Wetterprognosen des hundertjährigen Kalenders Glauben, müsste Deutschland zum Jahrtausendwechsel ein milder Winter ins Haus stehen. Für den Oktober sagt er dafür eine Mischung aus Regen und Frost, Kälte und Schnee voraus.

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