Gesundheit : Bayern will schnellere Habilitation

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Mit einem Landesgesetz will Bayern den Aufstieg von Nachwuchswissenschaftlern zur Professur beschleunigen. Die CSU wolle bis zum Sommer 2003 die Habilitation per Gesetzesänderung in kürzerer Frist ermöglichen, sagte der Abgeordnete Paul Wilhelm in München. Bisher seien die Wissenschaftler nach der Habilitation im Schnitt über 40 Jahre alt. Durch Begrenzung der Habilitationszeit auf vier Jahre soll der akademische Nachwuchs künftig mit Mitte 30 Professor werden können. Die vom Bund beschlossene Abwertung der Habilitation lehnt die CSU ab. Die Reformvorschläge wurden von der Bayerischen Rektorenkonferenz in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium ausgearbeitet.

Weiterhin soll das abschließende Prüfungsverfahren für die Kandidaten mit Probevorlesung abgeschafft werden. Nach zwei Jahren sollen als Mentoren des Nachwuchswissenschaftlers eingesetzte Professoren eine Zwischenbewertung abgeben, um dem Kandidaten bei mangelnden Erfolgsaussichten noch rechtzeitig den Berufswechsel zu ermöglichen. Die Bundesregierung will, dass die Habilitation in der Regel durch die neue Juniorprofessur ersetzt wird.

Hauptanlass für die Reform ist, dass die Habilitation nach Meinung ihrer Kritiker viel zu lange dauert und damit im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe einen Nachteil für die deutschen Hochschulen darstellt. „Wir sind nicht gegen die Juniorprofessur, aber wir wollen eine möglichst große Vielfalt von Wegen, wie man Professor werden kann“, sagte Wilhelm. Bayern hat vor dem Karlsruher Bundesverfassungsgericht gegen die Abwertung der Habilitation geklagt. dpa

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