Gesundheit : Bedrohte Wale: Keine Schutzzone im Südpazifik

Die Internationale Walfangkommission hat die Einrichtung einer Schutzzone für die Meeressäuger im Südpazifik abgelehnt. Zwar stimmten in der australischen Stadt Adelaide 18 Mitgliedsländer für den australisch-neuseeländischen Vorschlag; elf waren dagegen und vier enthielten sich. Die Statuten der Organisation sehen aber vor, dass Anträge dieser Art von einer Dreiviertelmehrheit der Delegierten getragen werden müssen. Gegen die neue Schutzzone hatten sich auf der Jahrestagung in Adelaide vor allem die traditionellen Walfangnationen Norwegen und Japan ausgesprochen.

Der japanische Delegierte Minoru Morimoto erklärte die Schutzzone für "total überflüssig". Nach seiner Meinung sollten auch die bereits existierenden Schutzzonen im Indischen Ozean und rund um die Antarktis aufgehoben werden. Dies scheint zur Zeit fast ausgeschlossen, da zur Aufhebung der Schutzzonen ebenfalls eine Dreiviertelmehrheit notwendig ist.

Schließlich scheiterte aber der Antrag an einem Block von sechs karibischen Staaten. Der australische Umweltminister Robert Hill weigerte sich zwar, von "gekauften" Stimmen zu sprechen, bezeichnete aber das Stimmverhalten der karibischen Länder öffentlich als "seltsam". Japanische Vertreter hatten den Vorwurf des Stimmenkaufs zurückgewiesen. Aus Konferenzkreisen war zu hören, dass Japan angeblich Entwicklungshilfe an Wohlverhalten bei der Stimmenabgabe gekoppelt haben soll. Neben Japan und Norwegen stimmten auch noch Dänemark und China gegen den Antrag; Russland, Irland, Südkorea und Oman enthielten sich. Deutschland, die Schweiz und die USA gehörten zu den Befürwortern.

Die Umweltorganisation Greenpeace war zwar enttäuscht über die Abstimmung, hofft aber, dass bei der Tagung im nächsten Jahr in London das Ergebnis schon anders aussehen könnte. Japan fängt seit der Verabschiedung des Moratoriums für kommerziellen Walfang 1986 jährlich Hunderte von Walen für sein so genanntes wissenschaftliches Programm. Die Meeressäuger enden letzen Endes aber auf den Tellern japanischer Walfleisch-Freunde. Der Wert des Geschäftes mit Walfleisch wird pro Jahr auf rund 70 Millionen Mark geschätzt.

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