Gesundheit : Begabtenförderung: Breites Denkvermögen

Sabine Grotehusmann

Wohin mit besonders begabten Schülern, deren Wissensdurst schier unstillbar ist? Ein Angebot für die Ferien bietet die "Deutsche Schülerakademie", die in den nächsten Tagen wieder an den Schulen für sich werben wird. In 16-tägigen Ferienkursen der Akademie beschäftigen sich begabte 17- bis 19-jährige Schüler mit natur- und sozialwissenschaftlichen, philosophischen und musisch-künstlerischen Themen. Jährlich werden sieben dieser Schülerakademien veranstaltet, an denen insgesamt 630 Schüler aus ganz Deutschland teilnehmen.

Jede Akademie bietet je sechs Kurse zu Themen von "Geometrischer Topologie" bis zu "Babylonischer Theaterverwirrung" an. Neben dem täglich fünfstündigen Fachkurs engagieren sich die Schüler auch in kursübergreifenden Projekten. Beim gemeinsamen Musizieren oder Volleyballspielen entstehen Kontakte.

Als Initiative zur Förderung besonders leistungsfähiger und motivierter Jugendlicher startete die erste Akademie 1988 mit 45 Teilnehmern. Seit 1993 unterstützen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft neben weiteren Förderern die Sommerakademien. Volker Brandt, Leiter der Bonner Geschäftsstelle, blickt nicht ohne Stolz auf den Erfolg der Akademie: "Mit der Grenzöffnung und dem Aufbau Ost konnte die Schülerakademie trotz allgemeiner Sparmaßnahmen weiter ausgebaut werden." Die Bewerberzahl steigt, und so erhalten weiterhin etwa die Hälfte der Bewerber eine Absage. Die Schuldirektoren sind gehalten, auch solche Schüler zu empfehlen "die vielleicht keine hervorragenden Schulleistungen bringen, aber offensichtlich über ein breites, intellektuelles Denkvermögen verfügen." (Programmheft 2000). Eigenbewerbungen sind möglich. Hier muss der Schüler oder die Schülerin diesen Nachweis selbst erbringen. Außerdem werden außerschulische Aktivitäten besonders berücksichtigt. Pro Schule darf ein Schüler vorgeschlagen werden, wobei die schulinterne Auswahl unterschiedlich gehandhabt wird, vom strengen Prüfungsgespräch über den "Wer-hat-Lust?"-Aushang am schwarzen Brett.

Die Akademieleitung achtet auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Jungen und Mädchen. Ein Akademieplatz kostet etwa 2500 Mark, von denen der Schüler 950 Mark trägt. Die Eigenbeteiligung kann je nach dem Einkommen der Eltern auch reduziert oder erlassen werden.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Schülerakademie ist für den Sommer 2001 auch eine Kooperation mit dem Ausland geplant. Vorbereitungstreffen für eine deutsch-israelische Akademie haben bereits stattgefunden. Sie wird 32 deutschen und 32 israelischen Schülern die Möglichkeit bieten, gemeinsam in der Israel Arts and Science Academy in Jerusalem zu leben und arbeiten.

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