Gesundheit : Begründer des Kreationismus gestorben

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Henry M. Morris, einer der Begründer des gegen die Evolutionslehre gerichteten Kreationismus, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie die „New York Times“ am Samstag berichtete, erlag er bereits am 25. Februar in der Nähe von San Diego einem Schlaganfall.

Der aus Texas stammende Morris schloss sich mit Anfang 20 einer christlichen Gruppe an, die alles, was in der Bibel steht, wörtlich nimmt. 1961 schrieb er zusammen mit dem Theologen John C. Whitcomb das Buch „The Genesis Flood“ (Die Sintflut). Darin versuchte er, alttestamentarische Geschichten wissenschaftlich zu belegen. So führte er das derzeitige Aussehen der Erde auf die Folgen der biblischen Sintflut zurück.

Das Buch ist bis heute 250 000 Mal verkauft worden und machte Morris zum „Vater der Schöpfungswissenschaft“. Es beeinflusste die Entstehung der kreationistischen Bewegung in den USA sehr stark. Diese bestreitet, dass sich der Mensch aus anderen Arten entwickelt habe, und verlangt, dass in amerikanischen Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte gleichberechtigt neben der Evolutionslehre berücksichtigt wird.

Morris, der hauptberuflich Professor für Bauingenieurwesen war, gründete 1970 das Institute for Creation Research (ICR) in San Diego, Kalifornien. Eugenie C. Scott, die als Direktorin des amerikanischen Zentrums für wissenschaftliche Ausbildung immer wieder gegen die Kreationisten Stellung bezieht, sagte in einer Reaktion auf seinen Tod, Morris sei „der bedeutendste Kreationist des 20. Jahrhunderts“ gewesen. Sie habe ihn als freundlichen Kavalier kennen gelernt, doch seine Bücher seien „ohne wissenschaftlichen Wert“.dpa

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