Gesundheit : Beim Lernen schadet Ablenkung

Wer Fakten lernt, sollte nichts nebenbei machen

-

Stört Musik bei den Hausaufgaben? Lassen sich Autowaschen und die Fußballübertragung miteinander vereinbaren? Gehen auch Fußballhören und Lernen für eine Prüfung zusammen? Ein amerikanisches Forscherteam hat jetzt im Experiment und durch Beobachtung der Gehirnaktivität gezeigt, dass sich Ablenkungen auf das deklarative Lernen – das Faktenlernen – negativ auswirken, nicht aber auf das Erlernen einer Gewohnheit oder einer Fertigkeit. Wie die Forscher im US-Fachblatt „PNAS“ darlegen, leidet beim deklarativen Lernen durch Ablenkung zwar nicht die Akkuratheit, aber der Grad des Wissens.

Karin Foerde, Barbara Knowlton und Russell Poldrack von der Universität von Kalifornien testeten die Leistungen von Versuchspersonen unter zwei Bedingungen. Im einen Fall sollten die Versuchspersonen lernen, aufgrund bestimmter Hinweise und Faktoren das Wetter amerikanischer Städte vorherzusagen.

Im anderen Fall sollten sie nicht nur diese Wettervorhersage-Aufgabe lösen, sondern nebenbei auch noch aus einer Abfolge von Tönen die hohen heraushören und dann jeweils einen Knopf drücken. Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen die Wettervorhersagen trotz Ablenkung durch die andere Aufgabe noch akkurat leisten konnten. Doch ihr Wissen über das Zustandekommen der richtigen Vorhersage litt unter der Ablenkung.

Für das Lernen einer Fertigkeit oder einer Routine ist im Großhirn ein Gebilde namens Striatum zuständig. Geht es hingegen um flexibel einsetzbares Wissen über etwas, wird der mittlere Schläfenlappen aktiv.

In den Experimenten zeigte sich, dass die Gehirnaktivität des mittleren Schläfenlappens tatsächlich beeinträchtigt war, wenn zu einer Aufgabe eine zweite hinzukam, die nur ein wenig Aufmerksamkeit beanspruchte. Umgekehrt war die Aktivität des Striatums immer gleich bleibend, ob die Versuchspersonen außer der Tonangabe-Aufgabe noch etwas anderes tun sollten oder nicht. wsa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben