Gesundheit : Berlin erforscht die Gesundheit

Adelheid Müller-Lissner

Erstmals tun sich alle drei großen Berliner Universitäten für ein gesundheitswissenschaftliches Vorhaben zusammen: für die „Berlin School of Public Health“. Die Einrichtung, die am neu gebildeten Charité-Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften angesiedelt ist, werde „in Zukunft eines der wichtigsten Projekte der Charité“ sein, versprach deren Dekan Martin Paul bei der feierlichen Eröffnung in der vergangenen Woche. Wissenschafts-Staatssekretär Hans-Gerhard Husung ergänzte, für den Senat sei das Projekt Teil des Masterplans „Gesundheitsregion Berlin“.

„Public Health“ ist am ehesten mit „Wissenschaft von der Gesundheit der Bevölkerung“ zu übersetzen. Ein weites Feld, auf dem die Themen von der Prävention durch Impfprogramme über die gesundheitliche Versorgung aller gesellschaftlichen Gruppen bis hin zum effektiven Umgang mit knappen Ressourcen reichen.

„Wir wollen mit guten Methoden und Strategien die sozialen und gesellschaftspolitischen Grundlagen von Gesundheit beeinflussen“, umriss Sozialwissenschaftlerin und Studiengangsleiterin Ulrike Maschewsky-Schneider das Ziel. „In der Entwicklung unseres Gesundheitssystems kommen wir nur weiter, wenn wir Gesundheit verstehen und nicht nur Krankheit“, sagte auch der Mediziner und FU-Vizepräsident Rudolf Tauber.

In den nächsten drei Jahren wird die TU, die den seit 1996 existierenden Weiterbildungsstudiengang Public Health im Zuge ihrer Konzentration auf ihre Kernkompetenzen aufgegeben hatte, den überwiegenden Anteil der Kosten für die Berlin School of Public Health tragen. Die Studiengebühren für die zwei weiterbildenden Master-Studiengänge in Public Health und Epidemiologie, die in Vollzeit über ein Jahr oder berufsbegleitend über zwei Jahre belegt werden können, werden 7200 Euro betragen.

Die zwei Professoren – Gründungsdirektor Ralph Brennecke und Studiengangsleiterin Ulrike Maschewsky-Schneider – und zwei wissenschaftlichen Mitarbeiter werden Räume in der Dahlemer Fabeckstraße beziehen. Die Master-Studiengänge sollen international ausgerichtet sein, die Kurse in englischer Sprache angeboten werden. Zugleich wird eine Vernetzung mit den Charité-Studiengängen „Health and Society“ und „International Health“, aber auch mit dem FU-Ergänzungsstudiengang „Psychosoziale Prävention und Gesundheitsförderung“ angestrebt. „Unsere Vision ist es, eine international bedeutsame School of Public Health zu werden“, sagte Brennecke.

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