Gesundheit : "Berlin ist das Versuchsfeld für neue Lösungen"

Das Deutsche Zentrum für Luft-,Raumfahrt

Ingolf Hertel ist Staatsekretär in der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Zuvor war er Sprecher der Forschungsinstitute in Adlershof. Mit Hertel sprach Heiko Schwarzburger.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat beschlossen, seine Forschungen künftig stärker auf die Verkehrsprobleme zu konzentrieren, nicht nur in der Luft sondern auch zu Lande und zu Wasser. Dazu soll in Adlershof ein neues DLR-Institut für Verkehrsforschung entstehen. Könnte Berlin damit endlich einer der exponierten Standorte in Deutschland für Verkehrsforschung werden?

Mit der Technischen Universität und dem Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik verfügt Berlin bereits über zwei ausgezeichnete Standbeine in der Verkehrstechnik. Zahlreiche renommierte Unternehmen dieser Branche sind in unserer Region ansässig. Das neue Institut wird der Berliner Verkehrsforschung zweifellos einen weiteren Impuls geben, zumal wir es über gemeinsame Berufungen mit der TU vernetzen wollen. Immerhin ist Berlin einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Europas und Deutschlands größtes Versuchsfeld für neue Lösungen. Die Verkehrsforschung wird in den kommenden Jahren enorm an Bedeutung gewinnen, da habe ich keine Zweifel.

Welche Lücke in der Berliner Verkehrsforschung wird das neue DLR-Institut schließen?

Die inhaltliche Planung soll spätestens im nächsten Frühjahr vorliegen, ich will dem Gründungsdirektor nicht vorgreifen. Aber klar ist schon, dass sich das Institut vor allem der Verkehrssimulation widmen soll. Es wird beispielsweise darum gehen, die Verkehrsströme auf den Straßen, auf den Schienen, im Luftraum und auf den Flüssen effizienter zu kombinieren. Ich glaube, dass der Schienenverkehr deutlich ausgebaut werden muss, da schließe ich den Güterverkehr ausdrücklich mit ein. Auch die optische Technik zur Verkehrsüberwachung wird eine große Rolle spielen. In Adlershof betreibt das DLR bereits erfolgreich ein Institut für Satellitentechnik und Weltraumsensorik, das hierzu wertvolle Beträge leisten wird. Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich das neue Institut ebenfalls mit Strategien zur Verkehrsvermeidung beschäftigen wird.

Berlin beteiligt sich an dem neuen Institut mit 30 Millionen Mark. Wie wollen Sie diese Mittel aufbringen?

Wir haben dies zunächst einmal im Rahmen der für unser Ressort vorgesehenen EU-Zuschüsse für wirtschaftsnahe Infrastruktur eingeplant. Diese Summe wird sich auf drei bis fünf Jahre verteilen. Da sich das Institut erst noch in der Planung befindet, steht der genaue Finanzbedarf für Gebäude, Geräte und Technik noch nicht fest. Natürlich hoffen wir auch auf den Zukunftsfonds. Der Verkauf der Wasserbetriebe ist ja nun perfekt und der neue Berliner Senat wird den Innovationsbeirat für die Vergabe der Gelder umgehend einberufen. Verkehrsforschung ist einer der erklärten Berliner Technologieschwerpunkte, die der Zukunftsfonds besonders stärken soll. Das neue DLR-Institut ist also ein ideales Objekt für eine Förderung aus diesem Topf. Immerhin werden dort zwischen 50 und 100 hochqualifizierte Wissenschaftler tätig sein. Ich hoffe sehr, dass das Institut für Verkehrsforschung ein Modellfall für intensive Zusammenarbeit zwischen der Verkehrsverwaltung, der Wirtschaftsverwaltung, der Wissenschaftsverwaltung und der Technologiestiftung wird.

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