Gesundheit : Berlin soll Wissenschaft bündeln Expertenkommission nimmt Arbeit auf

Tilmann Warnecke

Die Berliner Wissenschaft soll sich auf wenige starke Gebiete konzentrieren – und in Zusammenarbeit mit Unternehmen die Forschungsergebnisse in diesen Bereichen schneller zu marktfähigen Produkten entwickeln. Das will eine neue Wissenschaftskommission der Stadt verordnen. Die Kommission, der 16 prominente Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft angehören, wird in den nächsten 18 Monaten Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Berliner Wissenschaftslandschaft erarbeiten. Das Gremium trat gestern zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Berlin solle seine Stärken in den Lebens- und Gesellschaftswissenschaften, den optischen Technologien, Verkehr und Mobilität sowie in den Materialwissenschaften weiter ausbauen, sagte der Vorsitzende der Kommission, der Tübinger Medizinprofessor Dietrich Niethammer. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft könne die Wirtschaftskraft der Stadt entscheidend stärken. Niethammers Kommissionskollege Jan Eder, der Hauptgeschäftsführer der Berliner Industrie- und Handelskammer, forderte „eine gemeinsame Senatsverwaltung von Wirtschaft und Wissenschaft nach den Abgeordnetenhauswahlen im nächsten Jahr.“

Erhoffen sich die Berliner Unis von den Empfehlungen auch bessere Chancen beim Exzellenzwettbewerb? Schließlich will die Kommission Bereiche stärken, in denen die drei Unis sich um die Förderung von Exzellenzclustern beworben haben. In der zweiten Runde könnte eine verbesserte Zusammenarbeit mit Unternehmen von Vorteil sein, sagte TU-Präsident Kurt Kutzler – für Projekte mit einer hohen Transferleistung zur Wirtschaft.

Niethammer hofft, dass die Politiker die Vorschläge der Kommission auch beherzigen werden. In der Vergangenheit sei in der Berliner Wissenschaft „vieles nicht so umgesetzt worden, wie Experten sich das wünschten“, sagte der Mediziner, der 2002 schon in der Expertenkommission zur Umgestaltung der Berliner Hochschulmedizin saß. Der Wissenschafts- und der Wirtschaftssenator wollen die Kommission unterstützen. Ob das auch für Finanzsenator Thilo Sarrazin gilt, blieb offen.

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