Gesundheit : Berliner Charité erprobt neues Verfahren durch Blutreinigung

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Die Berliner Charité erprobt ein neues Verfahren zur Behandlung von Hörstürzen: "Das Blut des Patienten wird in zwei bis vier Stunden ambulant gereinigt", erklärt die HNO-Ärztin Birgit Mazurek, die die Studie leitet. Dabei wird das Blut über einen Filter geleitet, der überhöhte Mengen von Cholesterin und Proteinen herauswäscht. Wissenschaftlicher Hintergrund für die neue Methode ist die Erkenntnis, dass Hörsturz-Patienten häufig erhöhte Werte von Fetten und bestimmten Proteinen im Blut aufweisen. Diese können zu einer Verklumpung der Blutplättchen führen und damit den Blutfluss stören. In einer Durchblutungsstörung im Innenohr wird die Ursache für einen Hörsturz vermutet, die genaue Ursache ist noch nicht bekannt. Bei einem Hörsturz ist das Hörvermögen plötzlich einseitig vermindert. Er kann mit einem Druckgefühl und Tönen im Ohr einhergehen. "Bislang wurden Hörsturz-Patienten mit Infusionen behandelt, die blutverdünnend und gefäßerweiternd wirken und damit die Durchblutung der Gefäße fördern", erläutert Mazurek. Für die Infusionen mussten sich die Patienten zehn Tage in eine Klinik begeben. "Die neue Therapie ist erfolgreicher und sehr viel günstiger", so die Medizinerin. Patienten mit Hörsturz-Symptomen sollten sich zunächst an ihren HNO-Arzt wenden, fordert Mazurek. Bei einem akuten Hörsturz könnten sie sich dann in der "Chirurgischen Rettungsstelle" am Campus Virchow-Klinikum der Charoté behandeln lassen.

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