Gesundheit : Berliner FHs warten weiter auf Fusion

Tilmann Warnecke

Wie geht es weiter mit der Lichtenberger Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR), in der Berlin seine Polizisten und Verwaltungsfachleute ausbildet? Die Verwaltungsexperten wollen wie berichtet mit der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) in Schöneberg fusionieren, hängen aber seit zwei Jahren in der Warteschleife. Die Hochschulen drängen jetzt auf eine schnelle Entscheidung des Senats. Es gebe „erste Ermüdungserscheinungen an beiden Hochschulen“, ein Entschluss müsse bald fallen, sagte FHW-Rektor Franz Herbert Rieger anlässlich einer Anhörung vor dem Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses. Bei einer Fusion könnte das Land Berlin bis zu 1,2 Millionen Euro sparen, ergänzte Hans Paul Prümm, der Rektor der Verwaltungshochschule.

Die Fusion der Verwaltungshochschule mit einer anderen FH wurde vom Wissenschaftsrat empfohlen und ist auch vom Senat gewollt. Die Schöneberger FHW gilt als Wunschpartner der Lichtenberger Verwaltungsfachleute. Die neue Hochschule hätte 7000 Studierende, knapp 2000 davon kämen von der FHVR. Gleichwohl hat sich die Fusion immer wieder verzögert. Sie könne jetzt nicht länger aufgeschoben werden, weil von ihr maßgebliche Zukunftsentscheidungen abhingen, sagten die beiden Rektoren.

Nach dem neuesten Konzept wollen die beiden FHs den Standort der Verwaltungshochschule in Lichtenberg stärken. Dort solle eine „Berlin Law School“ entstehen, in der die Studiengänge mit Jura- und Verwaltungsschwerpunkten konzentriert würden, sagte Prümm. Dorthin könnten auch die etwa 1600 Studierenden der FHW-Berufsakademie ziehen, die derzeit noch in einer Außenstelle am Ostkreuz lernen. Der Mietvertrag für die Gebäude am Ostkreuz laufe ohnehin Ende Juni aus. Eine Fusion sei die ideale Gelegenheit, die Räumlichkeiten aufzugeben und dem Land Mietkosten in Millionenhöhe zu ersparen.

Allerdings will auch die deutlich größere Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) mit der Verwaltungshochschule zusammengehen – ein Grund für die Verzögerung der Fusion. FHTW-Präsident Michael Heine bekräftigte, mit seiner Hochschule seien „Synergien im akademischen Bereich“ genauso gut zu erzielen. Für die FHTW, deren Hauptsitz in Karlshorst steht, spräche zudem die „räumliche Nähe“: Sie könne ihr Studienangebot mit dem der Verwaltungshochschule besser vernetzen als die FHW mit ihrem Schöneberger Hauptsitz. Die Verwaltungshochschule befürchtet dagegen, in der FHTW mit ihren 10 000 Studierenden unterzugehen.

Anja Schillhaneck, wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, forderte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) auf, „zügig Klarheit zu schaffen“. Auch Sebastian Czaja (FDP) forderte, der Senat müsse möglichst bald die Fusion der beiden Wunschpartner FHW und FHVR ermöglichen. Zöllner kündigte an, der Senat werde den Abgeordneten demnächst darlegen, welche Fusion am sinnvollsten sei.

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