Gesundheit : Berliner Hochschulen: Führungskrise an der Technischen Uni

Heiko Schwarzburger

Schwere See: Die Technische Universität (TU) könnte ohne Präsidenten in die bevorstehenden Verhandlungen über die Hochschulverträge und die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes gehen. Im ersten Wahlgang verweigerte das Konzil der TU dem amtierenden Präsidenten Hans-Jürgen Ewers die Gefolgschaft. Obwohl ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl angetreten, erhielt er nur 27 Stimmen, bei 28 Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Für die Wahl hätte Ewers die absolute Mehrheit von mindestens 31 Stimmen benötigt, denn das Konzil hat 61 Mitglieder. Der zweite Wahlgang ist für den kommenden Mittwoch anberaumt. Erst im dritten Wahlgang, der vorsorglich am 31. Januar 2001 eingeplant wurde, würde eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügen. Die Wahl der Vizepräsidenten wurde aufgrund der Wahlschlappe verschoben.

Hans-Jürgen Ewers ist Verkehrswissenschaftler. Er führt die TU Berlin seit April 1997. Seine Wahl vor vier Jahren war gleichfalls denkbar knapp erfolgt. Die so genannte konservative Fraktion setzte sich damals nur hauchdünn gegen die so genannte Reformfraktion durch. Vor dem neuerlichen Wahlgang hatte Ewers die Reformprojekte seiner ersten Amtszeit verteidigt. Dazu zählt beispielsweise die neue Fakultätsstruktur der TU, die unter erheblichen Sparzwängen zustande kam. Beinahe die Hälfte aller Professuren fielen der Berliner Finanznot zum Opfer. Jetzt wolle er die Verwaltungsreform und die Studienreform weiter forcieren, meinte Ewers. Zum April dieses Jahres soll die TU zur budgetierten Haushaltsführung übergehen, also für die Verwendung ihrer Landesmittel selbst verantwortlich sein. In das Frühjahr fallen auch die Verhandlungen mit dem Berliner Senat über die Hochschulverträge bis 2005. Ewers nannte es als Ziel, zusätzliche Sponsoren für die Forschung und die Infrastruktur zu gewinnen.

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