Gesundheit : Berliner Studenten graben in der Türkei Praktikum mit der Uni Izmir für angehende Archäologen

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„Den meisten Archäologie-Studenten fehlt die Möglichkeit, Berufspraxis vor Ort zu erlernen", beklagt Hartmut Kühne, Professor für Vorderasiatische Altertumskunde an der Freien Universität (FU) Berlin. Um das zu ändern, bietet der Institutsleiter in diesem Sommer erstmalig Forschungspraktika an, bei denen Studenten praktische Grabungs-Erfahrungen sammeln können.

Neben den archäologischen Aspekten vertiefen die Studenten ihre Sprachkenntnisse und lernen die orientalische Kultur kennen. Denn bei dem interdisziplinären und internationalen Praktikum treffen die vier FU-Studenten auf ihre türkischen Kommilitonen von der Ege-Universität in Izmir. Zehn Tage verbringen die Nachwuchsforscher gemeinsam in der Civril-Ebene östlich von Izmir, wo sie das Ausgraben von der Pike auf lernen. Laut Kühne weisen Keramikscherben darauf hin, dass sich dort unter Feldhügeln Zeugnisse einer rund sechs Jahrtausende alten Besiedlung finden lassen.

Die Studenten werden zunächst die Ebene geographisch untersuchen und alle Siedlungsplätze kartieren. Im nächsten Sommer - die Archäologie-Praktika sind auf drei Jahre angelegt - wird ausgegraben: Die Keramikscherben und anderen Artefakte werden gesammelt, katalogisiert und kulturhistorisch eingeordnet. Im dritten Jahr sollen, je nach Fortschritt, die Ausgrabungen abgeschlossen und die Ergebnisse in einer Publikation zusammengetragen werden, an der die Studenten ebenfalls beteiligt sind.

Finanziert werden die Praktika derzeit noch aus Universitätsmitteln. Hartmut Kühne hofft jedoch, dass der Deutsche Akademische Austauschdienst im nächsten Jahr das Vorhaben der FU unterstützen wird.

„Wir müssen unseren bisherigen Trockenschwimmkurs in den Seminaren um praktische Anwendungen ergänzen, bevor verantwortungsvolle Aufgaben bei Ausgrabungen übernommen werden", meint Kühne und bietet deswegen Hauptseminare im Sommersemester an, die Studenten auf die bevorstehende Feldarbeit des Praktikums vorbereiten.Ilka Seer

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