Gesundheit : Berliner Unis: Konkurrenz belebt

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Wenn über die Geschichte der Freien Universität Berlin diskutiert wird, geht es kämpferisch zu – zwangsläufig. Der Gründung 1948 ging ein Auszug von Studenten aus der HumboldtUni voraus – aus Protest gegen die kommunistische Ideologisierung. 20 Jahre später begann an der FU die Studentenrevolte. Seit dem Mauerfall ringt die FU darum, den Ruf einer politisierten Massenuniversität loszuwerden – auch gegenüber der traditionsmächtigen Konkurrenz Unter den Linden.

Da war am Freitagabend der Ort für die öffentliche Diskussion zur Geschichte der FU geschickt gewählt: Im Showroom eines bayerischen Autoherstellers und FU-Kooperationspartners am Kurfürstendamm trafen Protagonisten der prägenden Phasen der Historie aufeinander. 1948, 1968, 1989 – diese Daten stehen auch im Mittelpunkt der Ausstellung zum 50. Geburtstag des Henry-Ford-Baus der FU. Auch nach all den Jahren ging es weniger besinnlich als kämpferisch zu.

„Wir haben die Humboldt`sche Idee mitgenommen. Die Humboldt-Universität hatte den Namen, wir hatten die Idee“, sagt Stanislav Kubicki, Gründungsstudent der Freien Universität. „Wir waren keine Antiamerikaner, sondern wir solidarisierten uns im Vietnamkrieg mit dem anderen Amerika – mit der Bürgerbewegung“, sagt Wolfgang Lefèvre, 1965 AstaVorsitzender. „Nach ’68 kam ein Niedergang sondergleichen, der noch 20 Jahre später zu spüren war. Aber zusammen mit der Humboldt-Uni wären wir eine vorzügliche Universität“, sagt Arnulf Baring, emeritierter Politologe. Darauf wollte Moderator Christoph Stölzl, Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, aber gar nicht hinaus: Ganz im Sinne des FU-Präsidenten Lenzen sah er die FU am Ende als „jetzt neu erstarkende, sich auf dem Markt behauptende Universität“. Applaus. -ry

Die Ausstellung zur Geschichte der FU ist bis zum 20. Februar 2005 im Henry-Ford-Bau (Garystraße 35, Dahlem) – montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr.

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