Gesundheit : Berliner wird Chef der Mathematiker

Paul Janositz

Berlin wird zum Zentrum der Mathematik. Martin Grötschel, Mathematik-Professor an der TU Berlin, wird Generalsekretär der Internationalen Mathematischen Union (IMU). Damit zieht auch das Sekretariat der bedeutendsten mathematischen Vereinigung nach Berlin, und zwar von der Princeton-Universität im amerikanischen Bundesstaat New Jersey. Zunächst für vier Jahre, so lange dauert Grötschels Amtszeit. „Vielleicht werde ich auch wiedergewählt“, sagte der Leibnizpreisträger dem Tagesspiegel. Grötschel ist Sprecher des Forschungszentrums Matheon der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Vizepräsident des Berliner KonradZuse-Zentrums für Informationstechnik.

Derzeit hält sich der 57-jährige Forscher in Madrid auf. In der spanischen Hauptstadt findet die Generalversammlung des Mathematiker-Verbandes statt. Zudem wird am heutigen Dienstag der Internationale Mathematikerkongress eröffnet. Höhepunkt wird die Verleihung der Fields-Medaille sein, die als gleichwertig mit dem Nobelpreis gilt. Die Auszeichnung wird alle vier Jahre an mindestens zwei Forscher vergeben, die nicht älter als 40 Jahre sein dürfen.

Heißer Favorit für die vom kanadischen Mathematiker John Charles Fields gestiftete, mit 15 000 kanadischen Dollar dotierte Auszeichnung ist Grigori Perelman. Der 40-jährige russische Mathematiker hat wohl die Poincaré-Vermutung aus dem Jahre 1904 bewiesen und somit eines der schwierigsten Probleme der Mathematik gelöst. Jedenfalls hat die jahrelange Prüfung seiner Arbeit keine Widersprüche ergeben. Es geht dabei um die Frage, wie die Oberfläche von vierdimensionalen Körpern beschaffen ist.

Doch der Wissenschaftler gilt als exzentrisch. Er hat den umfangreichen Beweis im Jahre 2003 ins Internet gestellt sowie in Vorträgen erläutert. Da er seine Ergebnisse nicht in Fachzeitschriften veröffentlichte, dürften ihm eine Million Dollar entgehen. Das Preisgeld hat die amerikanische Clay-Stiftung für den Beweis der Poincaré-Vermutung ausgesetzt. Seit der Vortragsreise 2003 in den USA ist Perelman wie vom Erdboden verschwunden. Einladungen zur Teilnahme am Madrider Kongress, die nach St. Petersburg gingen, blieben ohne Antwort. Der Star bleibt wohl fern.

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