Gesundheit : Beruhigende Reserven

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Wer regelmäßig Blut spendet, weiß es: Der Hämoglobinwert, der den Anteil des in den roten Blutkörperchen enthaltenen eisenhaltigen Farbstoffs angibt, muss mindestens bei zwölf Gramm pro Deziliter liegen, damit man zur Spende zugelassen wird.

Die Hauptfunktion von Hämoglobin ist der Sauerstofftransport. Wenn Hämoglobin knapp wird, hat ein gesunder Organismus, der durch eine Blutung plötzlich blutarm wird, wirksame Möglichkeiten zum Ausgleich: der Blutfluss wird erhöht. Im gleichen Zeitraum wird also mehr Blut durch die Gefäße geschleust.

Schon leicht erniedrigte Hämoglobinwerte führten bisher während oder nach einer Operation oft dazu, auf Konzentrate roter Blutkörperchen zurückzugreifen, das aus Spenderblut gewonnen wurde.

Aus mehreren wissenschaftlichen Studien folgern die Fachleute nun, dass erst ein Hämoglobinwert unter sieben Gramm pro Deziliter einen zwingenden Grund darstellt, sich für die Transfusion zu entschließen. Nur für Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, die die Chancen zur Kompensation verringern, gelten höhere Werte.

„Wenn der Wert über zehn Gramm pro Deziliter liegt, gibt es aber auch hier keinen Grund für eine Transfusion", sagt der Darmstädter Anästhesist und Transfusionsexperte Ernst Welte. Die Blutreserven können dann weiter in Reserve bleiben. aml

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