Gesundheit : „Besorgnis erregende“ Leistungen Bund lässt Forschungsinstitute

der Ministerien nicht begutachten

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1,2 Milliarden Euro gibt der Bund für seine Ressortforschung aus. 7400 Wissenschaftler sind in diesen Forschungsinstituten der Bundesministerien beschäftigt. Aber der Bund lässt seine Ressortforschung nicht begutachten. Damit unterscheidet er sich von anderen Einrichtungen in Deutschland: Die Großforschungseinrichtungen, die MaxPlanck- Institute, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Institute der Leibniz-Gemeinschaft sind alle evaluiert worden.

Der Vorsitzende des Wissenschaftrats Karl Max Einhäupl, der jetzt zum vierten Mal in Folge wiedergewählt wurde, bezeichnet es „als unertragbar, dass die Ressortforschung als einziger Teil des Wissenschaftssystems nicht evaluiert wird”. Nicht nur das – es gebe außerdem eine „Besorgnis erregende Publikationsleistung”. Die in der Ressortforschung beschäftigten Wissenschaftler sollten den einzelnen Ministerien weiterhin unterstellt bleiben und nicht in das Bundeswissenschaftsministerium überführt werden. Jedoch sollte das Personal verjüngt werden.

Am Beispiel der Forschung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft fordert der Wissenschaftsrat folgende Maßnahmen: Der Bund soll Instrumente zur Qualitätssicherung einführen, die Wissenschaftler müssten vermehrt in international renommierten Zeitschriften publizieren, verstärkt Drittmittel einwerben und auf Hausberufungen von Leitern in den nächsten fünf bis zehn Jahren verzichten. Der Wissenschaftsrat möchte in fünf Jahren erneut überprüfen, wie sich die Qualität der Forschung entwickelt hat und in welchem Maße auch andere Forschungseinrichtungen und Universitäten sich an den Aufgaben des Landwirtschaftsministeriums beteiligen können. U.S.

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