Gesundheit : Betriebswirtschaft ohne ZVS

Professoren wollen zukünftige Studenten bundesweit testen

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Studienplätze in den Betriebswirtschaften sollen in Zukunft nicht mehr über die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) vergeben werden. Nach Angaben der ZVS kommt dieser Wunsch aus konservativ regierten Bundesländern. Nachdem im vergangenen Jahr bereits Jura und Architektur aus dem Verfahren genommen wurden, blieben dann nur noch sechs ZVSFächer übrig: Biologie, Psychologie, Pharmazie sowie Tier-, Zahn- und Humanmedizin. Die Entscheidung soll der Verwaltungsausschuss der ZVS, in dem die Vertreter der Bundesländer sitzen, im Oktober fällen.

Der Präsident der Universität Hamburg und Vorsitzender des Beirats der ZVS, der Vertretung der Hochschulen, Jürgen Lüthje, kritisierte, die Verwaltungen der Hochschulen seien für den Bewerberansturm nicht ausgestattet. „Für politische Demonstrationen auf dem Rücken der Bewerber sowie der Hochschulen darf das Zulassungsverfahren nicht missbraucht werden“, sagte Lüthje.

Damit spielte er darauf an, dass die ZVS gerade von liberalen und konservativen Politikern als überflüssig angesehen wird. Sechs Bundesländer wollen, dass das Hochschulrahmengesetz so geändert wird, dass sich die Hochschulen vom Wintersemester 2004/2005 an 25 bis 50 Prozent ihrer Studenten selbst aussuchen können. Den Entwurf des Bundesrates hat die Bundesregierung jedoch abgelehnt und vorgeschlagen, die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes im Januar abzuwarten. Wenn es dazu kommt, dass die Hochschulen sich die Hälfte ihrer Bewerber aussuchen dürfen, wünscht sich der Beirat der ZVS, dass ein einheitliches System spezieller Tests entwickelt wird. Der Beirat fordert Bund und Länder auf, ein solches „Testsystem“ entwickeln zu helfen. akü

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