Gesundheit : Betteldemo für die Uni

OSI-Studenten planen an ihrem Aktionstag weitere Proteste

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Einen symbolischen Beitrag zur Spardebatte leisteten am Dienstag die Studierenden des OttoSuhr-Instituts der Freien Universität. Motto: Es geht auch ohne Professoren. Für einen Tag legten sie ein „Notprogramm für Bildung“ auf, mit eigenen Seminaren, Workshops und Diskussionen rund um das Thema Bildung und ihre Finanzierung. Mehrere Dozenten beteiligten sich, indem sie ihre Seminare „umwidmeten“.

Der „studentische Aktionstag“ wurde in der vergangenen Woche auf einer Vollversammlung beschlossen, um die streikenden Kommilitonen der TU zu unterstützen und weitere Proteste zu organisieren. Erste Vorschläge für die Betteldemo in Dahlem wurden ausgetauscht, und eine Gruppe verteilte an den anderen Fakultäten Transparente zur Ankündigung der FU-weiten Vollversammlung am Donnerstag.

„Eigentlich müsste ich dringend noch eine Hausarbeit schreiben“, berichtete Danijela, die an der FU und TU studiert und die Malaktion ins Leben gerufen hat, „aber das ist jetzt einfach wichtiger.“ Rund 600 Teilnehmer kamen zur „freundlichen Übernahme“ des Instituts, darunter auch Studenten der anderen Fakultäten und der TU. Streikbereitschaft? Gering. Meistgehörter Satz: „Wir haben schon so oft erfolglos gestreikt.“ Die Mehrheit denkt wie der Germanistikstudent Tobias Schulze: „Protest ja, aber ein Streik allein reicht nicht.“

„Der Zug ist abgefahren“, sagte FU-Präsident vor 500 gereizten Zuhörern bei einer Podiumsdiskussion am Nachmittag. Die Studierenden hätten im Sommer ihre Chance verpasst, den Senat zum Einlenken zu bewegen: „Nun ist es zu spät.“ Peter Grottian dagegen, der sich zusammen mit zwei anderen FU-Professoren symbolisch im „Streik“ befindet, mahnte langen Atem bei den Studenten an. Und: „Seid nicht so lieb, ihr müsst provozieren.“ Als hätten sie es gehört, marschierten gleichzeitig rund 300 Studenten der Geowissenschaften unter Polizeischutz von Lankwitz nach Dahlem. jvm

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