Gesundheit : Beutefang: Die empfindlichen Barthaare der Seehunde

Seehunde jagen auch in dunklen und trüben Gewässern erfolgreich. Mit ihren Barthaaren registrieren sie feinste Wasserbewegungen, die von Fischen ausgehen. Das berichten Forscher der Universitäten Bochum und Bonn im US-Fachjournal "Science" (Bd. 293, S. 102).

Zwei trainierte Seehunde haben den Wissenschaftlern bei den Experiment im Swimmingpool geholfen: Nick und Henry. Trotz Augenbinde fanden die Tiere ihre Beute schnell und sicher. Allerdings verfolgten sie dabei keinen echten Fisch, sondern ein kleines U-Boot.

Während Delfine zum Beutefang Echolot-Signale aussenden, schaffen Seehunde dies ohne "Zusatzausrüstung". Biologen vermuteten schon länger, dass die Seehunde kleine Wasserturbulenzen, die ein naher Fisch erzeugt, mit Hilfe ihrer Barthaare ertasten. "Jetzt haben wir gezeigt, dass Wasserbewegungen, die von weit entfernten Fischen oder anderen bewegten Objekten stammen, von Seehunden genutzt werden", sagt der Bochumer Forscher Guido Dehnhardt. "Ein Fisch hinterlässt eine Wasserbewegungsspur, die über eine längere Zeit bestehen bleibt und deshalb von Seehunden verfolgt werden kann."

Ein finnischer Forscher hatte bereits zuvor entdeckt, dass die Barthaare von Seehunden etwa zehnmal mehr Rezeptoren haben als die einer Katze. In Zukunft will Dehnhardt seine Ergebnisse unter authentischen Bedingungen im offenen Meer statt im Swimmingpool testen.

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