Gesundheit : Bildung: Das empfehlen die Experten

U. S.

Staatsrat Hermann Lange ist der Beauftragte der Kultusministerkonferenz für die Pisa-Tests und gilt unter den Staatssekretären als der Fachmann für Schulfragen. Er zieht folgende Schlüsse: "Es gibt keinen Anlass wiederum in Deutschland über Schulformen zu streiten. Die Diskussion musss über Didaktik, Methoden des Unterrichts und Curricula geführt werden. Es darf nicht passieren, dass wie früher nur eine kleine Aufregung über die Befunde ausgesessen wird. Wir müssen die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen systematisch organisieren. Wir müssen den Topf am Kochen halten. Schnellschüsse und symbolische Handlungen nutzen uns nichts."

"Die Begleitung des Unterrichts durch Qualitätssicherung und empirische Forschung muss als Prozess und nicht nur einmalig organisiert werden", sagt Lange. Weitere Schuluntersuchungen sind daher in den Jahren 2003, 2004 und 2006 geplant. Im Juni 2002 wird eine Auswertung von Pisa für die Bundesländer vorgelegt.

Jürgen Baumert, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sagt: "Je früher man die Eltern zwingt, sich zu entscheiden, um so stärker schlägt die Selektivität durch - durch die Eltern und nicht durch die Schule. Wenn man den Übergang früh ansetzt, verkleinert man das Fenster. Wenn man massiv in die Vorschulen und Grundschulen investiert, dann kann man die Unterschiede im Bildungsniveau geringer halten. Und man muss eine besondere Beachtung auf die Hauptschule legen, weil die Entwicklung mit der Grundschule nicht zu Ende ist. Wir müssen die Bildungslaufbahnen offen halten. Der Hauptschüler muss die Chance zum Realschulabschluss haben. Auf die Durchlässigkeit kommt es an."

Zum Zeithorizont der Reformen sagt Baumert: "Schweden hat 15 Jahre gebraucht, um an die Leistungsspitze vorzudringen. Deutschland hat spät angefangen und wir werden zehn Jahre benötigen, wenn wir schrittweise Verbesserungen erreichen wollen."

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