Gesundheit : Bildung mit Gütesiegel

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Der rheinlandpfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD) hat zu einem Umdenken in der Hochschul- und Forschungspolitik der Europäischen Gemeinschaft aufgerufen. Alle EU- Mitgliedsstaaten müssten angesichts des internationalen Konkurrenzdrucks künftig mehr Geld in Hochschulen und Forschung investieren, forderte der Bildungssprecher der SPD-geführten Bundesländer. Bildungsausgaben in der EU sollten zudem als Investitionen anerkannt und daher nicht mehr negativ bei den Stabilitätskriterien nach dem Maastricht-Vertrag angerechnet werden.

Zur Vorbereitung des geplanten EU-Hochschulgipfels Mitte September in Berlin legte der SPD-Bildungspolitiker bei der Sommerschule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) jetzt einen Forderungskatalog vor. Danach sollen die in allen EU-Mitgliedsstaaten angebotenen neuen Studiengänge mit den international anerkannten Bachelor- und Masterabschlüssen von einer europäischen Agentur nach einheitlichen Kriterien das Gütesiegel der „Akkreditierung“ erhalten. Voraussetzung sei dabei „Durchlässigkeit“ der Angebote für Studenten aus allen EU- Partnerländern.

Zugleich sollen sich die europäischen Staaten verpflichten, bei einem Auslandsstudium eines ihrer Studenten dem jeweiligen Partnerland die Studienkosten zu erstatten – jedenfalls sofern der Student in einem „akkreditierten“ Studiengang studiert. Dies würde zugleich den Druck auf die Hochschulen erhöhen, ihre Studiengänge dieser Qualitätskontrolle zu unterziehen. Zöllner verwies darauf, dass die Neigung zu einer „Akkreditierung“ der Studiengänge in Deutschland von Bundesland zu Bundesland noch sehr unterschiedlich ausgeprägt sei. dpa

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