Gesundheit : Bildungs-Reform: Plädoyer für Ganztagsschulen

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hält die bundesweite Einführung von Ganztagsschulen für überfällig. Mit Blick auf das für diesen Mittwoch in Berlin geplante Bildungs-Forum sagte sie der "Bild"-Zeitung: "Die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen ist eine längst überfällige Entscheidung." Es gebe sehr viele Familien, in denen beide Elternteile arbeiten, und einen hohen Anteil allein erziehender Frauen. Bei einem bundesweiten Angebot an Ganztagsschulen könnte auch die Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf grundsätzlich zwölf Jahre verkürzt werden.

Nach einem Kostenvergleich, den jetzt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht hat, sind Ganztagsschulen erheblich teurer als Halbstagsschulen. Durchschnittlich werden pro Schüler 8200 Mark im Jahr aufgewendet - an Grundschulen sind es 6700 Mark pro Schüler, an Gymnasien 10 000 Mark. An Gesamtschulen, die als Ganztagsschulen geführt werden, steigen die Kosten auf 10 400 Mark. Nach Schätzungen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände würde eine bundesweite Schülerbetreuung an Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I zusätzlich sechs Milliarden Mark pro Jahr kosten. Das dürfte ein Grund sein, warum die Einführung von Ganztagsschulen nur schrittweise vorankommt. Sie regte außerdem an, Schulen grundsätzlich zu gestatten, ihr Geld selbst zu verwalten. Bulmahn: "Wir müssen den Schulen die Möglichkeit geben, auf eigene Rechnung zu wirtschaften und selbst zu entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben."

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