Gesundheit : Bildungsgeld und Internet-Zugang

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Von Thomas Veser

Begabte Kinder aus Zuwandererfamilien können sich in Hessen künftig um Stipendien der Hertie-Stiftung bewerben. Wie die gemeinnützige Stiftung in Frankfurt mitteilte, werden durch das mit 1,7 Millionen Euro dotierte START-Programm jährlich 20 Stipendiaten der Jahrgangsstufen 8 bis 13 mit einem „Bildungsgeld" in Höhe von monatlich 100 Euro unterstützt. Außerdem erhalten sie einen PC mit Internet-Zugang. Erfolgreichen Bewerbern steht ferner die Möglichkeit offen, sich an Wochenendseminaren der Stiftung zu beteiligen und in das stiftungseigene Fördernetzwerk eingebunden zu werden. Mit START erhofft sich die Stiftung, dass künftig mehr Zuwandererkinder höhere Bildungsabschlüsse erreichen.

Als Aufnahmebedingungen setzt die Hertie-Stiftung „gute bis sehr gute schulische Leistungen und deutliches gesellschaftliches Engagement" voraus, auch der soziale und familiäre Hintergrund werde bei den Bewerbungen berücksichtigt. „Wir können diese Jugendlichen durch erstklassige Bildung für unsere Gesellschaft gewinnen. Die jüngere Generation der Ausländer besitzt ein hohes Potenzial an Wissen und Fähigkeiten, das durch gezielte Förderung einen enormen Gewinn abwerfen wird", sagte Projektleiter Kenan Oenen. Hessens Kultusministerium, das in einem stiftungseigenen, aus Migrationsexperten zusammengesetzten Beirat ebenfalls vertreten ist, unterstützt START als Beitrag zur Integration von Migranten in Hessen.

Welche Bewerber den Zuspruch erhalten, entscheidet eine unabhängige Kommission aus Pädagogen, die durch den Beirat unterstützt werden. Gutachten des Schulleiters oder eines Lehrers müssen die Bewerbung des Schülers ergänzen. START wurde bewusst als offenes Programm angelegt, auch andere Kooperationspartner, vor allem Stiftungen, Firmen und Kommunalverwaltungen, können sich beteiligen. Ein Stipendiumsplatz kostet pro Jahr 5000 Euro.

Als weiteres Integrationsprojekt für Ausländerkinder lancierte die Hertie-Stiftung im Frankfurter Gallus-Viertel „Deutsch & PC". Sämtliche Erstklässler in diesem Stadtteil erhalten einen verstärkten Sprachunterricht und werden im Umgang mit Computern geschult. Durch möglichst frühzeitiges Erlernen der deutschen Sprache verspricht sich die Stiftung bessere Zukunftschancen für die Ausländerkinder.

Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Lyoner Strasse 15, 60528 Frankfurt. Tel.: 069 66 07 56 143. Webseite: www.ghst.de Bewerbungen für den ersten Jahrgang müssen bis zum 6. Juni 2002 eingehen.

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