Gesundheit : Bildungspolitik: Keine Ideologie mehr - Minister Zöllner reagiert auf Hundt

Lob und Tadel haben sich die Arbeitgeber mit ihrer Stellungnahme zur Bildungspolitik eingehandelt. Der Sprecher der sozialdemokratischen Kultusminister, Jürgen Zöllner, freut sich durchaus, dass sich auch die Arbeitgeber an der Bildungsdiskussion beteiligen wollen. Aber wenn die Arbeitgeber sich kluge Köpfe wünschten, dann sollten sie nicht durch Rundumschläge einen "Rückfall in eine fundamentalistische Prinzipiendiskussion" starten. Aussagen, dass die Hauptschule gegenüber der Gesamtschule das Stiefkind der Bildungspolitik sei oder dass Schüler trotz schlechter Leistungen aus Mitleid durchgeschleppt würden, zeugten von wenig Kenntnis. "Mit ideologischen Schulkämpfen der siebziger Jahre kann man damals wie heute keine Probleme lösen."

Das deutsche Schulsystem sei noch immer eines der besten der Welt. Das Hochschulsystem stelle seit Jahren unter Beweis, dass es leistungs- und reformfähig sei. Was wir nicht brauchten, erklärte Zöllner, sei die fruchtlose Diskussion über Schularten, über die Einführung immer neuer Fächer oder den Beamtenstatus der Lehrerinnen und Lehrern. Vielmehr brauchten wir konkrete Maßnahmen für eine moderne, sich selbstständig organisierende Schule.

Hundt habe offensichtlich viele Veränderungen auch in den Hochschulen gar nicht wahrgenommen. An den deutschen Hochschulen habe sich in den letzten fünf Jahren mehr geändert als in 20 Jahren davor.

Auch in den Ausführungen des Präsidenten der Arbeitgeberverbände gebe es Aussagen, die diskussionswürdig seien, zum Beispiel die Forderung nach Leistungsvergleichen in der Schule. Diese seien bereits im Gang. Zu begrüßen sei auch das Angebot der Arbeitgeber zu einer stärkeren Kooperation von Betrieben und Schulen. Zöllner hat deswegen in einem Brief den Arbeitgeberpräsidenten gebeten, jeder der 1700 rheinland-pfälzischen Schulen möglichst schnell einen betrieblichen Partner zu nennen, "damit gewichtigen Worten auch direkt Taten folgen könnten."

Der von Hundt geforderten Einführung von Studiengebühren erteilte Zöllner eine Absage, weil Studiengebühren kein geeignetes Mittel seien, um die Hochschulen zu finanzieren oder um die Studenten zu einem rascheren Studium zu veranlassen. U. S.

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