Gesundheit : Biopsychosoziale Medizin: "Cochrane-Preis" für Psychosomatik-Arbeit

R. St.

Zum ersten Mal wurde jetzt der Cochrane-Preis für "Evidence Based Medicine" (wissenschaftlich fundierte Medizin) verliehen. Gestiftet ist er von der Deutschen Kranken-Versicherung. Selbst die Jury war überrascht, dass die beste Arbeit ausgerechnet aus der Psychosomatik kam: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie somatoformer Störungen, das heißt, körperlicher Funktionsstörungen seelischen Ursprungs, die bis zu 40 Prozent der Patienten in der Hausarztpraxis betreffen. Ausgezeichnet wurde die redaktionelle Arbeitsgruppe, die diese Leitlinien formulierte.

Sie übernahm dabei die Bewertungsmaßstäbe von der Cochrane Collaboration, die sich um die Verbreitung wissenschaftlich fundierter medizinischer Erkenntnisse und ihre praxisgerechte Anwendung bemüht. Die Leitlinien der deutschen Psychosomatiker sind ebenso aufgebaut wie zum Beispiel die britischen Leitlinien zur Behandlung Krebskranker, die gerade von einem großen Expertengremium erarbeitet wurden. Wie eines der Arbeitsgruppen-Mitglieder, Martin Sack (Hannover), dem Tagesspiegel mitteilte, wurde bei der Verleihung hervorgehoben, dass die preisgekrönten Leitlinien Wissenschaftlichkeit und anwendbare konkrete Behandlungsanweisungen gut miteinander verbinden. Bei ihrer Erarbeitung hat sich die Deutsche Gesellschaft für Psychotherapeutische Medizin mit drei anderen Fachgesellschaften abgestimmt.

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