Gesundheit : Bis 2005 Reform der Lehrerausbildung

Die Lehrerausbildung in Brandenburg soll bis zum Jahr 2005 reformiert werden. "Wir wollen Theorie und Praxis stärker verzahnen und die Attraktivität der Ausbildung etwa durch eine kürzere Ausbildungszeit erhöhen", sagte Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) in einem dpa-Gespräch in Potsdam. Noch in diesem Jahr soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die Vorstellungen für eine Reform entwickelt. Gedacht ist auch an eine enge Abstimmung mit Berlin.

Als ersten Schritt hat Reiche jetzt alle Lehramtsstudenten und Schulen angeschrieben mit der Aufforderung, dass die Studenten künftig von Beginn ihrer Ausbildung an eine Partnerschule wählen sollen. "Dort soll der Student jederzeit Praxiserfahrung sammeln und sich mit Fragen hinwenden können." Nach seinen Angaben melden sich in Brandenburg jedes Jahr 100 Studenten zum ersten Staatsexamen; für das anschließende Referendariat stehen etwa 200 bis 250 Plätze für Absolventen bereit.

"Bislang können wir die angebotenen Plätze nicht ausschöpfen", sagte Reiche. Durch die noch immer niedrigere Bezahlung im Vergleich zu den alten Ländern sei Brandenburg auch nicht so attraktiv für Referendare. Die Minister in den neuen Ländern diskutierten jedoch bereits über finanzielle Anreize. "Das ist aber ein langer Weg."

Grundsätzlich muss nach Ansicht von Bildungsminister Reiche das Image der Lehrerausbildung verbessert werden. Mit der Reform soll auch ein flexiblerer Einsatz auf dem Arbeitsmarkt möglich werden. Reiche verweist auf das Beispiel Nordrhein-Westfalen, wo eine umfassende Reform begonnen hat. Dort soll zunächst ein Fachstudium absolviert werden, das mit dem Bachelor abgeschlossen wird. Anschließend folgt ein viersemestriger Master-Studiengang, bei dem pädagogische und didaktische Kenntnisse erworben werden.

Eine Umsetzung der in Brandenburg geplanten Reform der Lehrerbildung ist nach Auskunft von Reiche nicht von einer Fusion mit Berlin abhängig. Es sei aber für eine spätere Ausbildung in einem gemeinsamen Bundesland sinnvoll, die Schritte mit den Berlinern abzustimmen. Zumindest gebe es schon die feste Absicht, in absehbarer Zeit mit Berlin eine "Lehrer-Imagekampagne" zu starten. In Brandenburg unterrichten in diesem Schuljahr 26 514 Lehrer.

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