Gesundheit : Bischof Kasper für ein neues Konzil - Papst soll nicht alles allein entscheiden

Der Sekretär des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, Bischof Walter Kasper, hält ein Drittes Vatikanisches Konzil oder eine weltweite Generalsynode der katholischen Kirche für sinnvoll. Es gebe wichtige Fragen, die vermutlich der Papst gar nicht allein entscheiden oder zumindest nicht allein durchführen könne, sagte Kasper in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". Die Lösung vieler Fragen brauche eine stärkere Einbindung der Weltkirche.

Als gegenwärtig größtes Problem der katholischen Kirche sieht Kasper die Herausforderungen durch die anderen Weltreligionen. "Diese sind durch die Globalisierung mitten unter uns", so Kasper. Er wies auf Tendenzen hin, von einem Religionspluralismus zu sprechen. Es widerspreche aber dem Grundanspruch des Evangeliums, einen Heilsbringer oder Heilsvermittler neben anderen zu sehen. Die Einmaligkeit Jesu Christi stehe im Zentrum der Bibel und könne nicht aufgegeben werden. Zugleich müsse anerkannt werden, dass auch nicht-christlichen Religionen wesentliche Elemente der Wahrheit gegeben seien, die man aufgreifen könne.

Die deutsche Einheit brachte der Bundesrepublik nach den Worten Kaspers einen Säkularisierungsschub. Die Kirche werde aber in dem Sinne Volkskirche bleiben müssen, dass sie für alle da und offen sei. Zugleich unterstrich Kasper, dass die Kirche für das Ganze des Staates Verantwortung mit übernehmen müsse. Kirche dürfe sich nicht auf sich selbst zurückziehen und mit einer kleinen Nische zufrieden geben, könne sich jedoch auch nicht von einer Richtung oder der jeweils herrschenden Mehrheitsmeinung vereinnahmen lassen. Die Kirche müsse immer auch eine prophetische Kraft sein.

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