Gesundheit : Bleibt der FH-Master ein Abschluss zweiter Klasse? Vorschlag: Weg in den höheren Staatsdienst nur als Ausnahme

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Den langjährigen bildungspolitischen Bemühungen um eine Aufwertung der Fachhochschulen droht ein massiver Rückschlag. Der Grund: Fachhochschul-Absolventen mit Master-Abschluss sollen künftig nur dann in den höheren Staatsdienst eingestellt werden, wenn ihr Studiengang in einem speziellen Prüfverfahren für den Öffentlichen Dienst anerkannt worden ist. Wer seinen Master dagegen an einer Universität erworben hat, soll weiterhin automatisch in die höchste Gehaltsgruppe des Öffentlichen Dienstes (ab A13) eingestuft werden. Dies sieht der Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Innen- und der Kultusministerkonferenz zur laufbahnrechtlichen Einordnung der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse vor. Der Kompromiss soll schon auf der nächsten Kultusministerkonferenz am 23./24. Mai in Eisenach verabschiedet werden.

Wissenschaftsrat protestiert

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl, hat in einem Brief an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Saarlands Regierungschef Peter Müller (CDU), gegen eine solche Regelung protestiert. Die Vorschläge seien „bildungs- und wissenschaftspolitisch nicht sachgerecht". Der Wissenschaftsrat habe „mit dem von ihm geforderten Ausbau der Fachhochschulen und mit der grundsätzlichen Gleichwertigkeit ihrer Studienabschlüsse immer auch das Ziel einer Entlastung der Universitäten verknüpft". Dieser Steuerungseffekt werde nur dann erreicht, wenn an Fachhochschulen ausreichend Studienplätze in besonders nachgefragten Fächern zur Verfügung stünden – mit ebenso attraktiven Abschlüssen wie an Universitäten.

Große Qualitätsunterschiede an Unis

Mit Blick auf die in den Fachministerkonferenzen (Innen-, Kultus- und Finanzminister) diskutierten Vorschläge schreibt Einhäupl: „Besonders problematisch scheint mir, dass darin im Ergebnis die an Fachhochschulen erworbenen Masterabschlüsse nicht als grundsätzlich gleichwertig mit Masterabschlüssen der Universitäten behandelt, sondern die Masterabschlüsse der Universitäten als qualitativ maßgebliche Referenz für Abschlüsse an Fachhochschulen konstituiert werden." Dies sei weder mit Blick auf das Ziel Gleichwertigkeit noch angesichts der „großen Qualitätsunterschiede innerhalb der universitären Studiengänge" sachgerecht. Einhäupl: „Bekanntlich gibt es eine ganze Reihe von Fachhochschulbereichen, deren Forschungs- und Lehrleistungen trotz wesentlich geringerer Grundausstattung mit ähnlich ausgerichteten Fachbereichen an Universitäten nicht nur qualitativ vergleichbar, sondern sogar besser sind." Allerdings befürchtet die Finanzseite durch den gewünschten „Paradigmenwechsel" neue Forderungen für eine bessere Ausstattung der Fachhochschulen. dpa

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