Gesundheit : Blinde haben mehr Hirn fürs Gedächtnis

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Blinde Menschen verfügen nicht selten über eine enormes Gedächtnis. In Anekdoten wird beispielsweise davon berichtet, wie Blinde mit höchster Präzision die Bibel zitieren – als „wandelnde Datenspeicher“. Forscher der Hebräischen Universität in Jerusalem haben jetzt die Ursache dafür gefunden (veröffentlicht im Fachblatt „Nature Neuroscience“): Die Blinden nutzen das Hirnareal, das sich normalerweise mit dem Sehen beschäftigt, unter anderem zur Speicherung von Wörtern.

Amir Amedi und seine Kollegen legten zehn blinde Versuchspersonen in einen Scanner, der die Aktivität ihres Hirns registrierte, während sie an eine Liste von Worten dachten. Dabei leuchtete die hintere Hirnrinde auf, der visuelle Kortex. Er ist normalerweise für das Sehen zuständig. Das brachliegende Areal hatte somit eine neue Funktion bekommen. bas

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