Gesundheit : Bologna-Reform „verläuft enttäuschend“

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Kernziele der Bologna-Reform sind nach Meinung des Verbandes der europäischen Universitäten bisher nicht erreicht worden. Beträchtliche Schwierigkeiten gibt es laut einer Umfrage unter 908 Hochschulen aus ganz Europa immer noch bei der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen – obwohl grenzübergreifendes Studieren eigentlich ein Kernziel der Reform sein soll. Problematisch sei insbesondere, dass die verschiedenen nationalen Varianten des dreistufigen Studienmodells von Bachelor, Master und Doktorandenphase wenig vergleichbar seien, heißt es in der Umfrage, die jetzt die Zeitschrift „Forschung&Lehre“ veröffentlichte. Die Reform der Studienstruktur habe bisher einen „eher marginalen“ Einfluss auf die Mobilität von Studierenden. „Enttäuschend“ sei, dass erst weniger als die Hälfte der befragten Institutionen ihren Absolventen ein Diploma Supplement ausstellten, in dem die belegten Kurse aufgeführt sind und mit dem so europaweit der Wert eines Studienabschlusses verglichen werden kann. Die europäischen Bildungsminister hatten 2003 festgelegt, dass bereits 2005 jeder Absolvent ein solches Zertifikat bekommen sollte. Der Verband warnte, dass es bei den beteiligten Hochschulen und Institutionen beträchtliche Bedenken wegen einer zunehmende Bürokratie bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses gebe. tiw

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