Gesundheit : Brandrodungen bedrohen das Klima

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Riesige Waldbrände – ob natürlichen Ursprungs, aus Fahrlässigkeit oder in voller Absicht gelegt – könnten weltweit das Wettergeschehen und die Niederschlagsmengen beeinflussen. Davor warnen Forscher auf der Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Union in Washington.

Es geht um die Rauchfahnen, die bei solchen Schadensfeuern in die Atmosphäre geraten. Sie verursachen zusätzlich zu den natürlich vorhandenen mikroskopisch feinen Aerosolen solche aus den Rauchpartikeln. In Wolken eingetragen, bilden sich viele, zu kleine Tröpfchen, die so leicht sind, dass es an Ort und Stelle nicht zum Regen kommt.

Das Wasser wandert mit den Wolken weg, gemeinsam mit dem Rauch und seinen Inhaltsstoffen gelangen die Wolken weit in andere Bereiche der Atmosphäre. Denn die Brandrodungen finden vorwiegend in tropischen Gebieten statt, wo der „Motor“ des Klimageschehens unserer gesamten Erde liegt. Und so könnten sich nicht nur die örtlichen Bedingungen für die Entstehung von Regen verändern, sondern auch die globalen. Meinrat Andreae, Direktor der Abteilung Biogeochemie am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie, befürchtet daher, dass der Mensch damit schon lange in den natürlichen Regulationsmechanismus des Klimas eingreift.

Der Forscher sieht seine Befürchtungen durch Langzeitmessungen bestätigt: „In den tropischen Gebieten, wo die meisten Feuer brennen und somit der Aerosoleintrag durch Rauch am größten ist, hat im vergangenen Jahrhundert die Regenmenge um etwa 0,3 Prozent pro Dekade abgenommen.

Gleichzeitig ist die Niederschlagsmenge in der nördlichen Hemisphäre, so in Europa und den USA, um etwa 0,5 Prozent pro Dekade gestiegen, rechnet Andreae. Zudem sei „zu befürchten, dass die durch Brandrodung veränderte Wolkenphysik in den Tropen auch mehr Stürme in Europa verursachen wird“. gih

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