Gesundheit : Bulmahn macht Ernst mit Ganztagsschule

300 Millionen im Etat 2003 / Pädagogisches Konzept Bedingung / Vereinbarung fertig

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Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) macht Ernst mit der Ganztagsschule. Sie soll bei einem SPD-Wahlsieg Regelangebot in Deutschland werden. Dazu hat Bulmahn jetzt den Entwurf einer konkreten Bund-Länder-Finanzvereinbarung vorgelegt, der bereits mit Finanzminister Hans Eichel abgestimmt ist. Das Papier liegt dem Tagesspiegel vor.

Vier Milliarden Euro Bundesmittel hat die SPD bis zum Jahr 2007 zusätzlich für den Ausbau der Ganztagsschulen vorgesehen. Die ersten 300 Millionen sind im Bundesetat 2003 bereits fest eingeplant.

10 000 Ganztagsschulen sollen mit dem Bundesprogramm zusätzlich entstehen. Damit kann bundesweit etwa jede zweite Haupt- und Realschule für Ganztagsunterricht ausgebaut werden. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Grundschulen. Eine frühe Förderung soll die kindliche Lernneugier nutzen. Den Löwenanteil der 4-Milliarden-Bundesmittel können die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen (914 000 Euro) und Bayern (596 000) beanspruchen. Es folgen Baden-Württemberg (527 000) und Niedersachsen (395 000). Berlin bekommt 146 000 Euro.

Als Voraussetzung verlangt der Bund aber von den Ländern und Kommunen ein pädagogisches Konzept, das „verbindliche Bildungs- und Betreuungsangebote zur individuellen Förderung" vorsieht sowie ein Mittagessen für die Kinder. Aus dem Bundesprogramm werden Renovierungen, Um- und Ausbau sowie Neubauten einschließlich Erstausstattung unterstützt. Mit der Einführung von Ganztagsschulen überall in Wohnortnähe will der Bund seinen Beitrag zur Überwindung der Bildungsmisere in Deutschland leisten und die Konsequenzen aus dem miserablen deutschen Abschneiden beim internationalen Schulleistungstest Pisa ziehen.

In fast allen anderen Industrienationen bekommen die Schüler mehr Unterrichtsstunden als in Deutschland. Kaum ein anderes Land hat zudem bis heute am Halbtagsunterricht festgehalten. Der über den ganzen Tag verteilte Unterricht soll auch mehr Möglichkeiten bieten, Schüler mit Zusatzangeboten individuell zu fördern – die Leistungsschwachen wie die besonders Begabten. Bisher bieten von den über 40 000 allgemeinbildenden Schulen in Deutschland nur rund 1,5 Prozent Ganztagsunterricht an. Die Union sieht die Ganztagsschule nicht als Lösung. Bärbel Schubert

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