Gesundheit : Bundeswehr-Uni: Die Männerhochburg fällt

Bärbel Schubert

Eine der letzten Männerhochburgen wird fallen: Die Bundeswehr-Hochschulen rechnen künftig auch mit Studentinnen. Bisher sind die gut 4000 männlichen Studenten in Hamburg und München weitgehend unter sich. Frauen sind unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern vertreten. Auch bei den Professoren findet sich die eine oder andere Frau. Ein neuer Schub kann durch die Öffnung der Bundeswehr für den Waffendienst von Frauen entstehen.

Allerdings lässt die Veränderung noch auf sich warten. "Offiziere beginnen ihren Dienst immer nur zum 1.7.", sagte der Pressesprecher der Universität der Bundeswehr Hamburg, Dietmar Strey, auf Nachfrage. So erklärt sich auch die bisherige Beschränkung auf männliche Studenten. "Das Studium an den Universitäten der Bundeswehr gehört zur Offiziersausbildung", erläutert Strey weiter. Wer hier studiert, ist für mindestens zwölf Jahre Soldat. Doch auch im Juli werden die ersten deutschen Offiziersanwärterinnen noch nicht in den Hörsälen erscheinen. Sollte bei Luftwaffe oder Marine eine Frau in diesem Jahr ihre Laufbahn als Offizierin beginnen, wäre der Oktober 2002 ihr Studienbeginn - für Studentinnen aus der Luftwaffe sogar erst zwei Jahre später.

"Wir begrüßen sehr, dass künftig Frauen zu uns kommen, auch wenn es uns natürlich letztlich egal ist, ob wir Männer oder Frauen ausbilden", erklärte Strey. "Bisher ist unsere Studentenschaft sehr homogen: Alle sind Männer mit demselben Beruf, die auch dasselbe Auswahlverfahren absolviert haben. Letztlich hat unsere Studentenschaft ein ähnliches Persönlichkeitsbild." Einige wenige Studentinnen gab es bisher, aber ausschließlich als Gäste - entweder von den anderen Hamburger Hochschulen oder aus dem Ausland.

Die Bundeswehr-Hochschulen haben grundsätzlich das gleiche Fächerspektrum wie andere staatliche Universitäten, in Hamburg unter anderem Betriebs- Volkswirtschaft, Politikwissenschaft, Elektrotechnik und Pädagogik.

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