Gesundheit : Bundesweite Brustkrebs-Vorsorge Krankenkassen zahlen von 2005 an routinemäßige Röntgenuntersuchung

-

In Deutschland soll Brustkrebs künftig durch ein neues Vorsorgeangebot schneller erkannt und besser behandelt werden. Von 2005 an sei bundesweit alle zwei Jahre eine routinemäßige Röntgenuntersuchung für jede Frauen zwischen 50 und 69 Jahren vorgesehen, kündigte die Kassenärztliche Bundesvereinigung in dieser Woche in Berlin an. So sollen die hohen Todesraten bei der Krankheit langfristig um mindestens 20 Prozent gesenkt werden.

Die Untersuchung wird in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. Mit dem freiwilligen und kostenfreien RoutineCheck verbindet sich die Hoffnung, dass mindestens 70 Prozent der Frauen das neue Vorsorge-Angebot in Anspruch nehmen.

Von 2003 an soll es bereits in Bayern, Nordrhein-Westfalen und den neuen Bundesländern starten. Danach soll es stufenweise auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden. Bisher gab es das so genannte „Brustkrebs-Screening“ nur in den Modellregionen Bremen, Wiesbaden, Weser-Ems und Mittelfranken. Von 2005 an wird die Vorsorge-Untersuchung bundesweit an rund 80 Standorten angeboten. Die Kosten für das Screening-Projekt schätzt die Vereinigung auf 300 bis 600 Millionen Euro.

Schulung für Ärzte

Für die Vorsorgeuntersuchung sollen die Frauen der betreffenden Altersgruppen persönliche Einladungen in separate Praxen bekommen. Ärzte und Röntgenpersonal dürfen die Untersuchungen nach KBV-Angaben nur nach einem Erfahrungs-Nachweis und vorheriger Schulung nach EU-Leitlinien durchführen. Dadurch soll auch die Zahl der Brustkrebs-Fehldiagnosen sinken. Nach den Worten des Kölner Gesundheitsökonomen Karl Lauterbach werden jedes Jahr rund 100 000 Frauen wegen Brustkrebs operiert, obwohl sie gar keinen Tumor haben. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist jede zehnte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erkranken jedes Jahr rund 46 000 Patinentinnen neu. Etwa 18000 sterben an der Krankheit.

Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt bei 63 Jahren. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen. Bei Frauen unter 50 gilt das Screening als nicht sehr aussagekräftig. Im Februar hatte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) Zusatzprüfungen für Ärzte und technische Kontrollen von Mammografiegeräten angekündigt, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko wird eine Mammografie schon von den Kassen bezahlt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben