Gesundheit : Bye-bye „Beagle“!

Der europäische Mars-Roboter scheint endgültig verloren – Amerikas „Spirit“schickt unterdessen Farbbilder zur Erde

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Eine bessere Gelegenheit, den MarsRoboter „Beagle“ zu orten, wird es nicht mehr geben. Doch auch am Mittwoch blieb „Beagle“ stumm. Als die europäische Raumsonde „Mars-Express“ am Mittag in 300 Kilometern Höhe über die Landeregion flog, blieb das ersehnte Funkzeichen aus. Wie schon bei allen vorherigen Kontaktversuchen mit dem US-Forschungssatelliten „Mars Odyssey“ und zwei erdgebundenen Radioteleskopen horchte auch „Mars Express“ in die kalte Stille des Mars. Das Landegerät ist damit wohl endgültig verloren. „Wir müssen davon ausgehen, dass es zerstört worden ist oder in einem Krater liegt“, sagte Michael McKay, der den Flugbetrieb leitet.

„Wir sind sehr traurig“, sagte David Southwood, Wissenschaftsdirektor der europäischen Weltraumorganisation Esa. Er verwies jedoch gleichzeitig darauf, dass nun erstmals eine europäische Raumsonde um den Mars kreist. Sie wird in den kommenden Tagen mit ihrem wissenschaftlichen Auftrag beginnen und zahlreiche Luftbilder zur Erde senden. „Die Wissenschaftler warten gebannt auf die ersten Daten“, sagte Southwood.

Warum „Beagles“ Landung missglückt ist, während die Nasa ihren Roboter „Spirit“ erfolgreich zum roten Planeten brachte, ist ungewiss. Aber „Beagles“ Landung galt unter Experten angesichts der fehlenden Erfahrung der Esa und der geringen finanziellen Mittel für Tests und Sicherungssysteme als viel riskanter als das Manöver der Nasa. Die Amerikaner rechnen sich auch für ihre zweite Landung auf dem Mars am 25. Januar gute Chancen aus.

Während die Raumsonde „Spirit“ ihre Instrumente nach und nach in Betrieb nimmt, treffen bei der Nasa inzwischen immer mehr Farbbilder vom Mars ein. Die Fotos hätten eine dreimal bessere Qualität als alle bisherigen Ansichten des Planeten, sagte Jim Bell, der Leiter des Kamerateams, bei der Präsentation in Pasadena. Die Einzelbilder sind Teil einer Panorama-Aufnahme, die in den kommenden Tagen aus 70 Einzelfotos zusammengesetzt werden soll.

Anhand der Bilder möchte die Nasa bald entscheiden, in welche Richtung „Spirit“ seine Entdeckungsfahrt Anfang der kommenden Woche beginnen soll. Anhaltspunkt dafür könnten zum Beispiel kleine Krater sein, die einfallende Meteoriten ausgehoben haben. Dort könnte „Spirit“ auch einen Einblick in tiefere Bodenschichten erhalten.

„Die Möglichkeiten, Daten zur Erde zu bringen, sind diesmal viel besser als bei der Pathfinder-Mission 1997“, sagte Rudi Rieder vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, der schon damals mit einem Messgerät an einer Marserkundung der Nasa beteiligt war. Um die Bilder zigmillionen Kilometer weit zur Erde zu senden, verfügt „Spirit“ über drei Antennen. Eine Richtantenne zeigt direkt zur Erde, kann aber nur kleinere Datenmengen übertragen. Große Farbbilder gehen den Umweg über die beiden amerikanischen Raumsonden „Mars Odyssey“ und „Mars Global Surveyor“, die den Planeten umkreisen. Wir können daher auch in den kommenden Tagen nicht „live“ erleben, was auf dem Mars vor sich geht, sondern immer nur mit einer gewissen Zeitverzögerung.

„Die Hoffnung besteht, dass wir an einer Stelle gelandet sind, an der es früher einmal Wasser gab“, sagte Rieder. Den Gusev-Krater könnte einmal ein See gefüllt haben. Dies gelte es in den kommenden Wochen mit Hilfe von Gesteinsanalysen herauszufinden. „Aber noch hat sich der Roboter nicht einmal richtig aufgestellt, noch ist er nicht losgefahren“, sagte Rieder.

„Spirit“ werde frühestens am Montag losrollen, teilte die Nasa mit. Er soll während der nächsten Wochen mehrere Kilometer weit fahren und möglichst viele unterschiedliche Boden- und Gesteinsproben unter die Lupe nehmen.tdp/dpa

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